Euroraum wächst trotz Energieschock um 0,3 Prozent je Quartal
Rund 0,3 Prozent Quartalswachstum trotz höherer Energiepreise: Die Europäische Zentralbank (EZB) beschreibt am 21. Oktober 2026 die Widerstandskraft des Euroraums. Geringere Energieabhängigkeit, Fiskalhilfen und der KI-Aufschwung stützen die Wirtschaft.
Wachstum mit mehreren Stützen
Ohne Irland lag das reale BIP im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent über dem Schlussquartal 2025; in den letzten vier Quartalen wuchs es jeweils um rund 0,3 Prozent.
Die fiskalische Lockerung für 2026 veranschlagt die EZB inzwischen auf 0,5 statt 0,25 Prozentpunkte in der Dezember-Projektion 2025.
Dahinter stehen vor allem deutsche Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben; temporäre Energiehilfen betragen rund 0,1 Prozent des BIP.
Zugleich stieg die Prognose für das Welthandelswachstum 2026 von 2,0 auf 4,7 Prozent.
KI-bezogene Nachfrage stärkt Exporte und Investitionen.
Sinkende Unsicherheit und weiter steigende Beschäftigung stützen Einkommen und Konsum.
Produktionserwartungen erreichten im August und September wieder das Niveau vor dem Nahostkrieg.
Weniger Öl, geringerer Gasdurchschlag
Die Ölabhängigkeit des Euroraums ist nur halb so hoch wie Anfang der 1990er Jahre.
Energieeffizienz, Dienstleistungen und erneuerbare Energien begrenzen die Belastung durch fossile Preisschocks.
In Spanien sank der Anteil der Stunden mit gasbestimmten Strompreisen von rund 80 Prozent 2020 auf gut 20 Prozent 2026, in Frankreich von rund 60 auf rund 20 Prozent; verglichen werden jeweils Januar bis September.
Dort prägt Kernkraft den Strommix.
Nach Entspannung durch die US-Iran-Vereinbarung im Juni stiegen ab Juli Ölpreise, Raffineriemargen und Gaspreise erneut.
Belastbar, nicht gegen alles geschützt
Die EZB trennt dauerhafte Anpassungen von zeitweiligen Stützen durch Fiskalpolitik und KI-Nachfrage.
Konflikte, Energieengpässe, Handelsspannungen, Finanzmarktrisiken und Extremwetter belasten den Ausblick.
Sie nennt erneuerbare Energien, vernetzte Strommärkte, KI-Verbreitung und eine vertiefte Spar- und Investitionsunion als Ansatzpunkte.