Bilanzgrenzen erhöhen Repo-Abschläge um rund 31 Basispunkte
ECB Studie

Bilanzgrenzen erhöhen Repo-Abschläge um rund 31 Basispunkte

Benedikt Ballensiefen, Jasper Knyphausen und Benoît Nguyen zeigen in einer am 15. Oktober 2026 von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Studie, wie Bilanzgrenzen Repo-Abschläge erhöhen und die Leitzinsweitergabe schwächen.

Drei Friktionen bestimmen den Abschlag

Das Forschungspapier Nr. 3301 untersucht bilaterale Repo-Geschäfte zwischen Banken und Kunden von Januar 2019 bis Juni 2024: 1.803.869 wertpapiergetriebene und 1.359.609 finanzierungsgetriebene Transaktionen.

Seit dem 28. Juni 2021 gilt eine verbindliche Verschuldungsquote von 3 Prozent.

Besonders bilanzbeschränkte Banken erhöhen danach bei Wertpapierleihe gegen Geld ihre Abschläge relativ zur Vergleichsgruppe um rund 31 Basispunkte, das mittlere Drittel um 21 Basispunkte; der Effekt besteht quartalsweit.

Bei Geldleihe gegen Wertpapiere fehlt er.

Höhere Knappheitsprämien senken Abschläge im ersten Segment und erhöhen sie im zweiten durch Weiterverwendung der Sicherheiten.

Mehr Bankbeziehungen der Kunden wirken jeweils entgegengesetzt.

Bilanzdruck trifft die Zinsweitergabe

Im wertpapiergetriebenen Segment steigt die Zinsvolatilität bei besonders beschränkten Banken um 4,6 Basispunkte.

Im finanzierungsgetriebenen Segment beträgt der schwächere Befund 3,5 Basispunkte.

Die Autoren analysieren zudem elf Einlagenzinsänderungen von Juli 2022 bis Juni 2024: zehn Erhöhungen und eine Senkung.

Eine um eine Standardabweichung höhere Verschuldungsquote verbessert die relative Zinsanpassung im wertpapiergetriebenen Segment um 7,4 Basispunkte.

Im anderen Segment fehlt ein vergleichbarer Zusammenhang.

Null bedeutet nicht risikofrei

Nullabschläge sind im Modell kein Beleg irrationaler Verträge, sondern Ergebnis von Bilanzkosten, Sicherheitenknappheit und Kundenalternativen.

Die Autoren verknüpfen diese Friktionen mit Grenzen der geldpolitischen Transmission.

Die Ergebnisse vertreten nicht notwendigerweise die Sicht der EZB.

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