Chinas Importe dämpfen Inflation im Euroraum
Sinkende Preise für Importe aus China und deren wachsender Anteil bremsen die Wareninflation im Euroraum. Eine EZB-Analyse zeigt, wie der gestiegene China-Import die Preise für Industriegüter beeinflusst.
Preisrückgang und Marktanteil
Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2025 sinken die Preise für Importe aus China im Jahresvergleich, was den Inflationsdruck auf Waren im Euroraum mindert.
Im März 2026 fielen die Preise um 3,3 Prozent, nach einem Rückgang von 4,6 Prozent im Februar.
Dieser Rückgang übertraf den der gesamten Extra-Euroraum-Importpreise deutlich.
Gleichzeitig stieg Chinas Anteil an den Extra-Euroraum-Importen seit 2024 von 14 auf 17 Prozent, begünstigt durch die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte.
Die hohe Abhängigkeit von chinesischen Importen und die fallenden Preise einiger Konsumgüter haben dazu beigetragen, die Inflation für nicht-energetische Industriegüter (NEIG) im Euroraum niedrig zu halten.
Heterogene Effekte auf Güterpreise
Empirische Belege zeigen eine sehr heterogene Weitergabe der chinesischen Importpreise an die NEIG-Inflation.
Ein Bayesianisches Vektor-Autoregression-Modell für 39 NEIG-Posten identifiziert sektorspezifische Importpreisschocks.
In den empfindlichsten Sektoren, darunter Möbel, kleine Elektrogeräte und Haushaltstextilien, führt ein Rückgang des Wachstums der chinesischen Importpreise um 10 Prozent zu einem Rückgang der Wareninflation um 0,1 bis 0,7 Prozentpunkte.
Die Anpassungsgeschwindigkeit variiert, wobei der stärkste negative Effekt nach 9 bis 18 Monaten erreicht wird.
Dies deutet darauf hin, dass China die Preisgestaltung im Euroraum auch indirekt beeinflusst, etwa durch Handelsumlenkung oder verstärkten Wettbewerb auf globalen Märkten.
Anhaltender Dämpfer mit Risiken
Die Preise für Importe aus China bleiben eine wichtige externe Preisquelle für den Euroraum, auch wenn ihr Einfluss auf die Konsumgüterinflation begrenzt ist.
Dieser disinflationäre Druck könnte aufgrund von Überkapazitäten, schwacher Binnennachfrage und der Abwertung des Renminbi anhalten.
Dennoch zeigen sich erste Anzeichen für Aufwärtsdruck durch höhere Öl- und Erzeugerpreise in China, die eine gewisse Reflation unterstützen könnten.
Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, diese komplexen Wechselwirkungen genau zu beobachten.