Hohe CBDC-Haltelimits erhöhen im Experiment die Guthaben
ECB Studie

Hohe CBDC-Haltelimits erhöhen im Experiment die Guthaben

Hohe Haltelimits erhöhen im Experiment die Bestände an digitalem Zentralbankgeld, statt sie zu senken. Das zeigt ein am 15. Oktober 2026 veröffentlichtes Forschungspapier der Europäischen Zentralbank (EZB); automatisches Nachladen senkt dagegen die Guthaben.

Die Obergrenze wird zum Anker

Thomas Garcia, Claudia Lambert, Cosimo Pancaro, Claire Rimbaud und Alice Soldà trennen mechanische Begrenzung und Verhaltenseffekte.

Über beide Versuchsgruppen sinkt das durchschnittliche CBDC-Guthaben nach Einführung eines Limits von 2,68 auf 2,35 Token.

Beim niedrigen Limit von 3 Token fällt es von 2,80 auf 1,93; beim hohen Limit von 8 Token steigt es von 2,56 auf 2,76 (p = 0,07).

Bei Personen mit ursprünglich nicht bindendem Limit steigen die Bestände von 2,04 auf 2,23 Token (p = 0,005).

Davon erhöhen 21,0 Prozent ihre Guthaben, 16 Prozent reduzieren sie.

Die Autoren deuten dies als gegenläufige Anziehungs- und Abstoßungseffekte: Beim niedrigen Limit gleichen sie sich aus, beim hohen überwiegt die Anziehung.

Mehr Nutzer, weniger gebundenes Geld

Im November 2025 verteilten 761 Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien jeweils 10 Token auf zwei Zahlungsmittel.

Das Bankinstrument brachte 7 Prozent Zinsen bei 90 Prozent Akzeptanz; die unverzinste CBDC wurde stets akzeptiert.

Automatisches Nachladen aus Bankguthaben erhöhte bei bestehendem Limit die Nutzung von 85,2 auf 92,1 Prozent.

Zugleich sanken die durchschnittlichen CBDC-Bestände von 2,35 auf 2,05 Token (p < 0,001).

Der Anteil mit genau einem CBDC-Token stieg von 19,8 auf 44,8 Prozent.

Voraussetzung für das Nachladen war mindestens ein zugeteilter CBDC-Token.

Kein einfacher Mengenhebel

Laut Autoren begrenzt ein Haltelimit Guthaben nicht allein mechanisch, sondern verändert auch deren Attraktivität.

Ihre grobe Übertragung auf 1.000 und 5.000 Euro ist keine belastbare Kalibrierung für den Alltag.

Die experimentellen Ergebnisse sind nur eingeschränkt übertragbar und keine Position der EZB.

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