Berufsverbot für Ex-Asset-Manager nach 200-Millionen-Fälschung
FCA Press

Berufsverbot für Ex-Asset-Manager nach 200-Millionen-Fälschung

Die britische Finanzaufsicht FCA hat Paul Taylor und Esmeralda Toni wegen Fälschung und Irreführung mit Berufsverboten belegt sowie Geldstrafen von insgesamt gut 610.000 Pfund verhängt. Beide hatten gefälschte Nachweise über ein 200-Millionen-Euro-Anleiheportfolio vorgelegt.

Ein erfundenes 200-Millionen-Portfolio

Paul Taylor, ehemaliger CEO von Blue Horizon Asset Management, spiegelte bei Übernahmeversuchen einer Bank und des Fußballclubs Reading FC den Besitz eines Anleiheportfolios im Wert von rund 200 Millionen Euro vor.

Die frühere Geschäftsführerin Esmeralda Toni unterstützte Taylor wissentlich bei den Fälschungen und täuschte Aufsichtsbehörden wie die FCA und die PRA.

Therese Chambers von der FCA betonte: „Vertrauen im Finanzsektor setzt Ehrlichkeit voraus. Herr Taylor und Frau Toni haben diese Mindesterwartung eklatant verfehlt. Sie haben wiederholt gelogen, erst aus kommerziellem Interesse und dann, um sich zu decken.“

Neben den Berufsverboten verhängte die Aufsicht Geldbußen von 489.000 Pfund gegen Taylor und 121.200 Pfund gegen Toni.

Geständnis bringt Rabatt auf die Strafe

Die Fälschungen dienten dazu, Kollegium, Geschäftspartner und Regulierungsbehörden gezielt zu täuschen.

Frau Toni stritt die Vorwürfe bei internen Befragungen zunächst ab.

Beide Beschuldigten stimmten schließlich einer Einigung zu und erhielten im Rahmen des FCA-Vergleichsverfahrens einen Nachlass von 30 Prozent auf ihre Geldbußen.

Ohne diesen Rabatt hätte die Strafe für Taylor 698.600 Pfund und für Toni 173.100 Pfund betragen.

Die Behörde stützt ihr striktes Durchgreifen auf die Verletzung der gesetzlichen Integritätspflichten.

Null Toleranz für Dreistigkeit

Der Fall zeigt drastisch, wie kriminelle Energie vor Aufsichtsbehörden selbst bei prominenten Übernahmen nicht haltmacht.

Das konsequente Berufsverbot der FCA ist das einzig richtige Signal zur Abschreckung potenzieller Nachahmer.

Wer mit erfundenen Milliardenwerten hantiert, hat im regulierten Finanzmarkt dauerhaft nichts mehr zu suchen.