Initiative gegen Schutzlücken bei 58 Prozent der Erwachsenen
Die britische Finanzaufsicht FCA startet gemeinsam mit Branchen- und Verbraucherverbänden eine Initiative zur Schließung von Vorsorgelücken. Rund 58 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich besitzen weder Lebens-, Krankheits- noch Einkommensschutzversicherungen.
Lebensereignisse als Hebel für Vorsorge
Rund 58 Prozent der Erwachsenen besitzen keine Risikolebens-, Berufsunfähigkeits- oder Schwere-Krankheiten-Police, und 59 Prozent davon zogen dies noch nie in Betracht.
Die FCA schließt sich daher mit Partnern aus Wirtschaft und Verbraucherschutz zusammen.
Schwerpunkte bilden ungeschützte Gruppen wie Mieter, Selbstständige, Gig-Worker und Personen mit Vorerkrankungen.
„Der Wettbewerb funktioniert für Bestandskunden gut“, sagte Graeme Reynolds, Wettbewerbsdirektor der FCA.
Man wolle die Abdeckung ausweiten.
Geplante Schritte umfassen Impulse bei Lebensereignissen durch den Money and Pensions Service sowie Schulungen der Association of Mortgage Intermediaries für Vermittler.
TechSprint und Aufsichtsdruck
Ergänzend zu den Partnerschaften fordert die FCA mehr Innovation im Markt.
Über einen TechSprint bis zum 13. November und eine Zusammenarbeit mit der Association of British Insurers sollen Verzögerungen bei Krankenakten verringert werden.
Trotz solider Marktforschungsergebnisse zu Anbieterwechseln, Schadensabwicklungen und fairem Gegenwert erinnert die Aufsicht an die strengen Pflichten der Consumer Duty.
Neue marktweite Regulierungen plant die Behörde vorerst nicht, behält sich jedoch gezielte Eingriffe bei Regelverstößen einzelner Anbieter ausdrücklich vor.
Kooperation statt Regulierungsknute
Der Verzicht auf neue Regeln zugunsten von Brancheninitiativen ist pragmatisch, birgt aber Risiken.
Aufklärungskampagnen allein beseitigen keine strukturellen Schutzlücken bei Geringverdienern und Gig-Workern.
Entscheidend wird sein, ob die Aufsicht Verstöße gegen die Consumer Duty künftig tatsächlich sanktioniert.