Strengere Geldwäsche-Kontrollen für Annex-1-Firmen
Die britische Finanzaufsicht FCA verschärft die Kontrollen bei unregulierten Kreditgebern, Finanzmaklern und Leasinggesellschaften. Grund sind erhebliche Risiken bei der Finanzkriminalität sowie unzureichende interne Geldwäsche-Vorkehrungen.
Flächendeckende Abfrage bei allen Anbietern
Die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) hat ein umfassendes Auskunftsersuchen an rund 900 sogenannte Annex-1-Unternehmen versendet.
Dazu zählen unregulierte Kreditgeber, Verwahrstellen, Geldmakler und Leasinggesellschaften.
Bereits Ende 2025 hatte die Behörde 300 solche Firmen kontaktiert – damit sind nun alle registrierten Akteure des Sektors erfasst.
Die Aufsicht reagiert damit auf Risiken bei der Ermöglichung von Finanzkriminalität.
Anträge auf Registrierung werden künftig deutlich genauer geprüft, was zu längeren Bearbeitungszeiten führt.
Jedes Unternehmen muss eigene, maßgeschneiderte Kontrollen zur Geldwäscheprävention nachweisen.
Die alleinige Nutzung von Standardverfahren der Muttergesellschaften reicht nicht mehr aus.
Schlupflöcher in komplexen Strukturen
Besondere Sorge bereiten der Aufsicht Gefahren für Verbraucher und Märkte durch unregulierte Kreditvergabe, die häufig über verschachtelte Strukturen und Zweckgesellschaften abgewickelt wird.
Auch regulierte Finanzinstitute stehen in der Pflicht: Sie müssen bei Geschäften mit Annex-1-Firmen eine eigenständige Sorgfaltsprüfung durchführen und deren Registrierungsstatus direkt überprüfen.
Wer entsprechende Tätigkeiten ohne Registrierung ausübt, muss umgehend einen Antrag bei der FCA stellen.
Schluss mit den Ausreden
Die Maßnahme der FCA legt den Finger in eine offene Wunde des britischen Finanzsystems.
Jahrelang nutzten viele Akteure die Anonymität von Zweckgesellschaften und unzureichenden Konzernkontrollen als bequemes Schlupfloch.
Der verschärfte Prüfungsdruck ist überfällig, verlangt der Aufsicht aber nun auch die nötige konsequente Durchsetzung ab.
Quelle: FCA applying increased scrutiny to Annex 1 firms
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