742.700 Pfund Strafe und Berufsverbot für Berater Daniel Thomas
Wegen unbefugter Beratung zu Betriebsrenten will die britische Aufsicht FCA Daniel Thomas mit einem Berufsverbot sowie einer Strafe von 742.700 Pfund belegen. Der Finanzberater soll 53 Kunden ohne Qualifikation zum Transfer ihrer Renten verleitet haben.
53 Mandanten ohne Qualifikation beraten
Daniel Thomas leitete als Direktor und Finanzberater die Firma DPT Financial Solutions Limited, ein gebundener Vertreter von Quilter Financial Services Ltd. Über fünf Jahre hinweg beriet Thomas 53 Kunden zu 63 Übertragungen aus leistungsorientierten Betriebsrenten und kassierte dabei über 173.000 Pfund an Gebühren.
Nach Feststellung der FCA täuschte er Kunden wie Pensionskassen systematisch über seine fehlenden Qualifikationen, vernichtete Kundenakten und verweigerte die Kooperation bei den Ermittlungen.
Zudem belog er sein Principal-Unternehmen über seine tatsächliche Rolle bei den Rentenübertragungen.
Betroffen waren unter anderem Mitglieder des British Steel Pension Scheme, die sich in einer besonders vulnerablen Lage befanden.
Garantierte Renten und das Verfahren vor dem Tribunal
Leistungsorientierte Rentensysteme bieten garantierte Altersbezüge, weshalb ein Ausstieg selten im Interesse von Verbrauchern liegt.
Entsprechende Beratungen erfordern zwingend qualifizierte Spezialisten.
„Wer Menschen bei der Rente berät, hält deren Zukunft in den Händen. Herr Thomas hat diese Verantwortung leichtfertig missbraucht“, sagte FCA-Direktorin Therese Chambers.
Thomas hat den Bescheid an das Upper Tribunal verwiesen; bis zu dessen Urteil bleiben alle Feststellungen der Aufsicht vorläufig.
Drastisches Signal mit Rechtsvorbehalt
Die drastische Strafe setzt ein deutliches Zeichen gegen den Missbrauch bei Betriebsrenten.
Dass der Fall vor das Upper Tribunal wandert, verzögert die nötigen Konsequenzen für den Berater jedoch empfindlich.
Für die geschädigten Sparer bleibt die Durchsetzung von Entschädigungen ein zäher Hürdenlauf.