Quantentechnologie soll Geldwäsche und Betrug aufspüren
Die britische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FCA) startet im ersten Quartal 2027 eine Experimentiergruppe für Quantencomputing zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Unternehmen, Technologieanbieter und Forschungslabore können bis 31. Dezember 2026 Interesse anmelden.
Künstliche Daten ermöglichen Praxistests
Die FCA bringt Finanzdienstleister, Anbieter von Quantentechnologie und nationale Forschungslabore zusammen.
Die nach ihren Angaben weltweit erste von einer Aufsichtsbehörde geleitete Experimentiergruppe für Quantencomputing startet im ersten Quartal 2027.
Zunächst prüft sie, wie quantengestütztes maschinelles Lernen Geldwäsche und Betrug erkennen helfen kann.
Die Teilnehmer nutzen einen synthetischen, also künstlich erzeugten Datensatz der FCA.
Damit soll die Hürde fehlender geeigneter Testdaten überwunden werden.
Die Gruppe steht Organisationen offen, die erste Anwendungsfälle suchen oder bereits fortgeschrittene Experimente durchführen.
Die FCA definiert Aufgabenstellungen und arbeitet gemeinsam mit den Teilnehmern an deren Erprobung.
Erkenntnisse für Tests und Regulierung
Die Teilnehmer sollen Ergebnisse teilen und damit weitere Tests unterstützen.
Die FCA will Chancen, Grenzen und Hürden der Technologie sowie mögliche Folgen für die Regulierung verstehen.
Jessica Rusu, Leiterin für Daten, Information und Erkenntnisgewinnung der FCA, betont den Nutzen früher Experimente für die Suche nach praktischen Anwendungen.
Die Initiative baut auf FCA-Forschung zum langfristigen Potenzial von Quantencomputing im Finanzwesen auf und ergänzt die Zusammenarbeit im britischen Quantentechnologie-Ökosystem.
Erprobung statt Wirksamkeitsnachweis
Im Mittelpunkt steht die Prüfung praktischer Anwendungen, nicht der Nachweis bereits erzielter Erfolge gegen Finanzkriminalität.
Synthetische Daten schaffen dafür eine gemeinsame Testgrundlage.
Welche Chancen und Grenzen sich für die Regulierung ergeben, will die FCA erst mit den Teilnehmern erarbeiten.