760.000 Treuhandkonten mit 1,5 Milliarden Pfund herrenlos
Rund 760.000 Treuhandkonten junger Erwachsener mit einem Durchschnittsguthaben von 2.000 Pfund liegen in Großbritannien ungenutzt. Die Finanzaufsicht FCA warnt vor teuren Vermittlern und verweist auf das kostenlose Behördenportal.
Kostenlose Suche statt 400 Pfund Gebühr
Zahlen der britischen Steuerbehörde HMRC belegen, dass 760.000 fällige Child Trust Funds mit einem Durchschnittsguthaben von 2.000 Pfund bislang nicht beansprucht wurden.
Die Konten stehen Personen zu, die zwischen dem 1. September 2002 und dem 2. Januar 2011 geboren wurden und nun das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Gleichzeitig treten private Firmen in sozialen Medien auf, die für das Auffinden Gebühren von bis zu 400 Pfund oder monatliche Abonnements verlangen.
„Niemand muss bezahlen, um das einzufordern, was ihm rechtmäßig zusteht“, betonte Chris Knight, FCA-Direktor für Versicherungen.
Die Nachverfolgung ist über die staatliche Website GOV.UK für Berechtigte vollständig gebührenfrei.
Aufsicht leitet Sonderprüfung ein
Insgesamt wurden rund 6,3 Millionen Treuhandkonten eröffnet, deren Laufzeiten noch bis 2029 reichen.
Die FCA kündigte eine umfassende Überprüfung an, deren Ergebnisse im kommenden Jahr vorgelegt werden.
Im Fokus stehen der Kontaktabriss beim Erreichen der Volljährigkeit sowie die Einhaltung der Consumer Duty.
Da gewerbliche Suchdienste meist nicht der FCA-Zulassungspflicht unterliegen, greifen Gebührendeckelungen und der Zugang zum Financial Ombudsman Service für Kunden hier oft nicht.
Lukrative Bequemlichkeitsfalle
Dass Drittanbieter für triviale Suchabfragen hunderte Pfund kassieren, entlarvt eine empfindliche Lücke im Konsumentenschutz.
Die FCA reagiert spät auf ein Problem, das sich seit Jahren mit jeder Volljährigkeitswelle abzeichnet.
Eine Aufklärungskampagne allein genügt nicht, wenn die Schnittstellen der Anbieter strukturell versagen.