US-Aufsicht reformiert Regeln für Drittpartei-Risiken
Die US-Finanzaufsichtsbehörden Fed, OCC, FDIC und NCUA haben am 11. September 2026 einen gemeinsamen Entwurf für überarbeitete Leitlinien zum Risikomanagement von Drittanbieter-Beziehungen vorgelegt. Die Neufassung soll starre Prüfkataloge durch einen risikobasierten Ansatz ersetzen.
Abschied vom starren Prüfkatalog
Die vorgeschlagene Richtlinie von Federal Reserve, OCC, FDIC und NCUA ersetzt den gemeinsamen Leitfaden aus dem Jahr 2023.
Der Neuentwurf reagiert auf Kritik von Banken, wonach die bisherigen Vorgaben zu bürokratischen Standard-Checklisten führten und Partnerschaften mit Fintechs sowie kleineren IT-Dienstleistern erschwerten.
Die Aufsichtsbehörden stellen klar, dass das Rahmenwerk keine verbindlichen Vorschriften festlegt und ein Abweichen von Beispielen keine direkte Aufsichtsrüge rechtfertigt.
Das Konzept gliedert sich in vier Kernbereiche: Risikoidentifikation und -bewertung, risikoadäquate Überwachung von der Due Diligence bis zur Vertragsauflösung, die bewusste Akzeptanz von Restrisiken bei ungleicher Verhandlungsmacht sowie angemessene interne Kontrollstrukturen.
Erleichterungen für Regionalbanken und Kooperationen
Besonders kleinere Institute sollen entlastet werden: Regionalbanken dürfen künftig auf vereinfachte Inventare zurückgreifen und sich bei Prüfungen in Konsortien zusammenschließen oder externe Zertifizierungen nutzen.
Die Initiative knüpft an die Dekrete zur Förderung von Finanzinnovationen (E.O. 14405) und zum Bürokratieabbau (E.O. 14192) an.
Marktteilnehmer haben nach der Veröffentlichung im Federal Register 60 Tage Zeit zur Stellungnahme, bevor die alten Vorgaben endgültig aufgehoben werden.
Pragmatismus statt Kontrollillusion
Die US-Behörden beenden endlich den lähmenden Formalismus bei Auslagerungsprüfungen.
Die explizite Akzeptanz asymmetrischer Verhandlungsmacht zeugt von dringend nötigem Praxisrealismus.
Für innovative Bank-Fintech-Allianzen beseitigt dieser Kurswechsel gravierende Hürden.