Barr stellt nach Zinserhöhung weitere Straffungen in Aussicht
FED Rede

Barr stellt nach Zinserhöhung weitere Straffungen in Aussicht

Fed-Gouverneur Michael S. Barr hält nach der jüngsten Zinsanhebung der US-Notenbank weitere geldpolitische Straffungen für erforderlich. Als Hauptgrund nannte er in Detroit den anhaltenden Preisdruck, der durch hohe Energiekosten und den Investitionsboom bei künstlicher Intelligenz befeuert werde.

Inflationsrisiken erzwingen strafferen Kurs

Die Federal Reserve hat ihre Leitzinsen Anfang September einstimmig angehoben, wie Barr vor dem Detroit Economic Club bestätigte.

Angesichts eines stabilen Arbeitsmarkts mit 4,1 Prozent Arbeitslosigkeit und monatlich rund 80.000 neuen Stellen hätten sich die Risiken klar zur Inflation verschoben.

Die Teuerung verharrt seit fünfeinhalb Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel.

In den vergangenen 20 Monaten entsprachen lediglich zwei Monatswerte der Zielmarke bei der Kerninflation (PCE).

„In meinem Basisszenario sind weitere geldpolitische Anpassungen wahrscheinlich notwendig“, betonte Barr.

Neben teurer Energie treibt vor allem die Nachfrage nach Halbleitern und KI-Ausrüstung das Preisniveau.

Technologieboom verschiebt das Zinsgleichgewicht

Das US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Halbjahr 2026 um rund zwei Prozent, gestützt von robusten Konsumausgaben und hohen Unternehmensinvestitionen.

Für die Geldpolitik gewinnt die KI-Technologie zunehmend an Bedeutung: Sie sorgt kurzfristig für Lieferengpässe bei Chips und steigende Bewertungen, könnte aber mittelfristig den natürlichen Gleichgewichtszins r* anheben.

Zudem zeichnen sich erste Verdrängungseffekte bei jüngeren Arbeitskräften in stark exponierten Branchen ab.

KI-Boom als Zinstreiber

Barrs Diagnose markiert eine deutliche Verschiebung: KI gilt der Notenbank nicht mehr nur als Produktivitätsversprechen, sondern als akuter Preistreiber.

Damit bereitet die Fed die Märkte gezielt auf einen länger anhaltenden Straffungskurs vor.

Für Kreditnehmer rückt eine geldpolitische Entspannung in weite Ferne.

Quelle: Barr, Economic Conditions and Monetary Policy

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