Bowman: Effizientere Kapitalregeln für die Realwirtschaft
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Bowman: Effizientere Kapitalregeln für die Realwirtschaft

Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende für Bankenaufsicht der Federal Reserve, kündigt in einer Rede die bevorstehende Veröffentlichung von Regeln zur Umsetzung von Basel III an. Ziel ist eine effizientere Regulierung, die Risiken besser abbildet und die Kreditversorgung der Realwirtschaft fördert.

Kapitalregeln: Effizienz statt Überregulierung

Michelle W. Bowman kritisiert, dass überkalibrierte Anforderungen für risikoarme Aktivitäten unbeabsichtigte Folgen haben.

Sie schränken die Kreditverfügbarkeit ein, verlagern Aktivitäten in den weniger regulierten Nichtbankensektor und erhöhen Komplexität und Kosten, ohne die Sicherheit und Solidität wesentlich zu verbessern.

Insbesondere die G-SIB-Zuschläge seien vom tatsächlichen Risiko entkoppelt.

Die Fed modernisiert den Kapitalrahmen nicht durch ein aggregiertes Ziel, sondern bewertet jede Anforderung einzeln, um sicherzustellen, dass sie risikogerecht kalibriert ist und keine unerwünschten Ergebnisse erzeugt.

Die Überarbeitung betrifft die vier Säulen: Stresstests, die ergänzende Verschuldungsquote, Basel III und den G-SIB-Zuschlag.

Basel III: Vereinfachung und Risikogerechtigkeit

Die Vorschläge für Basel III und den G-SIB-Zuschlag zielen darauf ab, den risikobasierten Kapitalrahmen zu straffen.

Dies geschieht durch eine einzige Berechnungsmethode, eine verbesserte Abstimmung zwischen Anforderungen und Risiko sowie eine Überarbeitung des G-SIB-Zuschlags, um die Risiken der größten und komplexesten Banken besser zu erfassen.

Für kleinere Banken werden ebenfalls Anpassungen vorgenommen, um den Regulierungsaufwand zu reduzieren und die Flexibilität zu erhöhen, während robuste Kapitalniveaus erhalten bleiben.

Die Fed arbeitet hierbei mit dem Office of the Comptroller of the Currency und der Federal Deposit Insurance Corporation zusammen.

Pragmatismus für die Kreditversorgung

Bowmans Rede signalisiert einen pragmatischen Ansatz der Fed, der über reine Risikominimierung hinausgeht und die Auswirkungen auf die Realwirtschaft stärker berücksichtigt.

Die Betonung der Vermeidung unbeabsichtigter Folgen und der Fokus auf die Kreditversorgung sind ein wichtiges Signal an den Markt.

Es bleibt abzuwarten, ob die vorgeschlagenen Änderungen tatsächlich die gewünschte Balance zwischen Stabilität und Wachstum finden.

Quelle: Bowman, Capital Rules for the Real Economy

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