Aufsicht kannte SVB-Risiken bereits im März 2022
FED Rede

Aufsicht kannte SVB-Risiken bereits im März 2022

Fed-Vizepräsidentin Michelle Bowman hat in London die ersten Ergebnisse des unabhängigen Starling-Berichts zur Pleite der Silicon Valley Bank vorgestellt. Die Aufsicht habe Risiken bereits im März 2022 erkannt, wegen einer internen Risikoaversion jedoch nicht eingegriffen.

Schwachstellen seit März 2022 bekannt

Die Untersuchung der Starling Advisory Group attestiert der US-Notenbank schweres Aufsichtsversagen im Vorfeld des SVB-Kollapses im März 2023.

Das Institut scheiterte an Wertpapierverlusten, die das Eigenkapital überstiegen, einem Anteil von 94 Prozent unversicherten Einlagen sowie fehlender operativer Vorbereitung für das Notkreditfenster.

Den Prüfern waren diese gravierenden Schwachstellen laut Bericht bereits im März 2022 bekannt oder hätten es sein müssen.

Ein entschlossenes Eingreifen unterblieb dennoch.

Zugleich entkräftet die von Charles River Associates durchgeführte Analyse die These eines durch soziale Medien ausgelösten Banken-Runs: 96 Prozent der Online-Beiträge wurden erst veröffentlicht, als die Pleite der Bank bereits unausweichlich war.

Bürokratische Lähmung statt Entschlossenheit

Als Hauptursache der Tatenlosigkeit benennt der Bericht eine ausgeprägte Risikoaversion in den Prüfteams: Mitarbeiter sahen Untätigkeit als persönlich sicherer an, solange keine absolute Gewissheit über die Korrektheit einer Maßnahme bestand.

Gesetzliche Lockerungen aus dem Jahr 2018 spielten demnach keine Rolle.

Als Gegenmaßnahme hat die Fed neue aufsichtliche Leitprinzipien erlassen.

Diese sollen Prüfer ermutigen, wesentliche Gefahren für die Finanzstabilität vorrangig zu behandeln, anstatt formale Dokumentationsfehler abzuarbeiten.

Bequeme Mythen, fatale Lähmung

Der Starling-Bericht entlarvt das Narrativ eines unvorhersehbaren Social-Media-Runs als bequeme Schutzbehauptung.

Die Notenbank litt nicht an fehlenden Daten, sondern an einer fatalen bürokratischen Entscheidungslähmung.

Ohne echte Konsequenzen für Führungskräfte bleiben die neuen Leitprinzipien bloße Papiertiger.

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