eSLR-Lockerung bringt 5 Billionen Dollar Spielraum für Großbanken
Fed-Vizechefin Michelle Bowman hat am 1. Oktober 2026 erste Daten zur Reform der Verschuldungsquote eSLR vorgelegt. Durch die Neukalibrierung stiegen die US-Staatsanleihebestände der Primärhändler von 600 auf über 700 Milliarden Dollar.
Mehr Bilanzraum für Staatsanleihen
Die im November 2025 beschlossene und zum 1. April 2026 in Kraft getretene Reform der Enhanced Supplementary Leverage Ratio (eSLR) zeigt messbare Wirkung.
Laut Michelle Bowman schuf die Neukalibrierung im ersten Quartal 2026 bei den Holdinggesellschaften von sechs großen Händlern aggregiert knapp 5 Billionen Dollar zusätzlichen Puffer.
In der Folge bauten die Händler ihre Positionen in US-Staatsanleihen von rund 600 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn auf über 700 Milliarden Dollar Ende April aus.
Sieben der acht US-amerikanischen GSIBs wandten die neue Regelung bereits vorzeitig im ersten Quartal an.
Der Standard bindet den Puffer nun an 50 Prozent des GSIB-Methode-1-Zuschlags statt an die bisherigen pauschalen zwei Prozent.
Puffer gegen Verwerfungen im Anleihemarkt
Die eSLR von 2014 behandelte Staatsanleihen wie risikoreichere Aktiva und schränkte so die Marktpflege der Banken ein.
Die neue Regelung verringert diese Reibungsverluste: Die gehebelte Kapazität der Großbanken stieg laut Bowman von 1,8 Billionen Dollar Ende 2025 auf 6,4 Billionen Dollar.
Händler übernahmen dadurch Positionen, die zuvor Hedgefonds im Cash-Futures-Basis-Trade hielten, was die Anfälligkeit des Marktes für Notverkäufe dämpft.
Zudem verengten sich die Geld-Brief-Spannen bei Treasury-Auktionen.
Pragmatismus schlägt Dogma
Die Lockerung korrigiert eine jahrelange Fehlsteuerung, die den Handel mit Staatsanleihen unnötig einengte.
Dass Großbanken nun riskante Hedgefonds-Positionen im Markt absorbieren, stabilisiert das System in Stressphasen.
Die Fed zeigt hier beispielhaft, wie praxisnahe Nachjustierung ohne Substanzverlust bei der Aufsicht gelingt.