Bowman warnt Regionalbanken vor KI-gestützten Cyberangriffen
Fed-Vizepräsidentin Michelle Bowman hat kleinere Banken zu verstärkten Cyber-Abwehrmaßnahmen aufgerufen. Bei einem Workshop in Denver verwies sie am 29. September 2026 auf zunehmende Bedrohungen durch künstliche Intelligenz und Vorfälle im vergangenen Jahr.
Neue Angriffsflächen durch Algorithmen
Die Bedrohungslage für Finanzinstitute hat sich laut Bowman sprunghaft verschärft.
Während traditionelle Risiken wie Ransomware, kompromittierte Geschäfts-E-Mails und Datenlecks bei Dienstleistern fortbestehen, verändere der Einsatz von KI das Risikoumfeld grundlegend.
Angreifer nutzen KI, um Sicherheitslücken schneller aufzuspüren, maßgeschneiderte Social-Engineering-Angriffe zu starten und Angriffe in Echtzeit anzupassen.
Zugleich müsse Technologie auch zur Verteidigung dienen.
Bowman forderte eine konsequente Cyber-Hygiene: Dazu zählen phishing-resistente Multifaktor-Authentifizierung, lückenlose Asset-Inventare, strenge Zugriffskontrollen sowie regelmäßige Tests von Notfallplänen für IT-Vorfälle.
Maßgeschneiderte Prüfungen statt Überlastung
Um kleinere Institute nicht unverhältnismäßig zu belasten, passe die Fed ihre IT-Prüfungen an das jeweilige Risikoprofil an.
Bowman verwies auf den im Juni 2026 vom Financial Stability Board (FSB) veröffentlichten Leitfaden zum verantwortungsvollen KI-Einsatz, der spezifische Fallstudien für kleinere Häuser enthält.
Aufsicht und Vorstände stünden in der Pflicht, gezielt in Personal und Prozesse zu investieren.
„Cyber-Resilienz entsteht nicht allein durch Technologie“, betonte Bowman mit Blick auf Schulungen.
Gute Ratschläge genügen nicht
Bowmans Warnungen sind angesichts jüngster Vorfälle bei Regionalbanken berechtigt.
Angepasste IT-Prüfungen lösen jedoch nicht das Grundproblem chronisch knapper Cyber-Budgets kleiner Institute.
Ohne praxistaugliche Hilfen der Notenbank bleibt der geforderte Schutzstandard für viele Häuser reine Theorie.
Quelle: Bowman, Opening Remarks
IN: