Federal Reserve überarbeitet Stresstest-Modelle
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Federal Reserve überarbeitet Stresstest-Modelle

Die US-Notenbank Federal Reserve überarbeitet ihr Stresstest-Regelwerk für Großbanken. Fed-Vizechefin Michelle Bowman kündigte in London die Offenlegung aller Testmodelle sowie eine Glättung der Kapitalpuffer über zwei Jahre an, um die Volatilität der Vorgaben zu halbieren.

Offene Gleichungen und geglättete Puffer

Die US-Notenbank finalisiert zwei wesentliche Reformregeln für die jährlichen Stresstests.

Die erste Vorschrift verpflichtet das Federal Reserve Board zur Veröffentlichung aller mathematischen Gleichungen, Variablen, Koeffizienten und Annahmen der Verlustmodelle.

Zudem werden die Leitfäden für makroökonomische Szenarien und globale Marktschocks erweitert.

Die zweite Regelung halbiert die Volatilität des Stress-Kapitalpuffers (SCB), indem künftig die Ergebnisse der jeweils letzten zwei Testjahre gemittelt werden.

Zugleich verschiebt die Fed das jährliche Inkrafttreten der SCB-Vorgaben vom 1. Oktober auf den 1. Januar des Folgejahres.

Laut Bowman bleiben die aggregierten Kapitalanforderungen dadurch im Gesamtsystem weitgehend unverändert.

SVB-Lehren und vertrauliche Frühwarnungen

Neben der Kapitalfestsetzung will Bowman Stresstests stärker als operatives Frühwarninstrument nutzen.

Zusätzliche zukunftsgerichtete Szenarien und umgekehrte Tests sollen institutsspezifische Schwachstellen aufdecken, ohne direkte Kapitalfolgen auszulösen oder publiziert zu werden.

Am Beispiel der Silicon Valley Bank (SVB) erklärte Bowman, dass gezielte Zinsrisiko-Analysen bereits Ende 2021 eine Unterkapitalisierung aufgedeckt hätten.

Bis Jahresende plant die Fed zudem Beschlüsse zu risikobasierten Kapitalregeln und zum G-SIB-Zuschlag.

Rechtssicherheit statt Blackbox

Die Öffnung der Modell-Blackbox beendet eine jahrelange, rechtlich heikle Intransparenz der Fed.

Die zweijährige SCB-Glättung liefert Banken die dringend nötige Planungssicherheit bei der Kapitalsteuerung.

Gute Frühwarnmodelle nützen der Aufsicht allerdings wenig, wenn daraus wie im Fall SVB keine Taten folgen.

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