Cook stellt Zinserhöhungen in Aussicht
Fed-Gouverneurin Lisa Cook hält weitere Zinserhöhungen für denkbar, sollte die US-Inflation von zuletzt 3,7 Prozent nicht rasch sinken. Die Teuerung liege seit mehr als fünf Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.
Fünf Jahre über dem Zielsatz
Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook warnte am 5. August 2026 in Anchorage vor den Risiken einer dauerhaft erhöhten Teuerung.
Die US-Verbraucherpreise (PCE-Index) stiegen im Juni um 3,7 Prozent im Jahresvergleich, während die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei 3,3 Prozent lag.
Trotz einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent und eines Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent im ersten Halbjahr sieht Cook die Inflationsrisiken im Vordergrund.
Haupttreiber der Preisdynamik seien hohe Energiepreise durch den Nahostkonflikt sowie massive Investitionen der Unternehmen in KI-Infrastruktur, die die Preise für Halbleiter und Ausrüstung verteuern.
Cook betonte: „Ich bin bereit zu handeln und die Zinsen bei Bedarf anzuheben.“
Hoffnung auf Dämpfungseffekte
Noch verzichtet die Fed auf unmittelbare Zinsentscheidungen, da drei Faktoren künftig preisdämpfend wirken könnten: das Auslaufen von Zolleffekten, sinkende Ölpreise und die Anpassung von Lieferketten im Technologie-Sektor.
Cook verwies zudem auf eine Diskrepanz zwischen soliden Makrodaten und der gedrückten Stimmung vieler Haushalte.
Neben Ängsten vor Arbeitsplatzverlusten durch KI belasten strukturelle Kostensteigerungen die Bevölkerung.
In Alaska etwa stiegen die Immobilienpreise seit 1990 um das Fünffache und wuchsen damit doppelt so schnell wie der allgemeine Preisindex.
Drohung ohne klare Frist
Cooks Drohung mit Zinserhöhungen offenbart die Nervosität der Fed nach fünf Jahren verfehlter Zielleistungen.
Das Vertrauen auf ein Abklingen der Teuerung ohne eigene Schritte wirkt dabei wie ein gefährliches Pokerspiel.
Ohne konkrete Taten verkommt die rhetorische Härte schnell zur zahnlosen Abwartetaktik.
Quelle: Cook, Outlook for the U.S. and Alaskan Economies
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