Stresstest-Reform halbiert Volatilität der Kapitalanforderungen
50 Prozent weniger Schwankung bei den Kapitalpuffern: Die Fed finalisiert zwei Reformen für ihre Bankenstresstests. Die Ergebnisse werden künftig über zwei Jahre gemittelt, während Modelle und Szenarien vorab öffentlich konsultiert werden.
Zwei-Jahres-Mittel dämpft Puffersprünge
Die Federal Reserve führt ein Zwei-Jahres-Mittel für die Ergebnisse des jährlichen Aufsichtsstresstests ein, um sprunghafte Anpassungen der Eigenkapitalanforderungen abzufedern.
Die Kombination aus Ergebnisglättung und Modellüberarbeitungen reduziert die Schwankungsbreite der jährlichen Stress-Capital-Buffer-Vorgaben (SCB) um rund 50 Prozent, ohne das aggregierte Kapitalniveau nennenswert zu verändern.
Gleichzeitig verschiebt die Notenbank den jährlichen Stichtag für das Inkrafttreten der neuen Pufferanforderungen vom 1. Oktober auf den 1. Januar, wodurch Großbanken drei Monate mehr Vorlauf erhalten.
Das Ergebnis-Averaging greift verbindlich ab dem 1. Januar 2029, während der neue Inkrafttretens-Termin bereits zum 1. Januar 2028 wirksam wird.
Einblick in die Blackbox der Aufsicht
Zudem öffnet die Fed ihre Methodik für öffentliche Konsultationen.
Künftig müssen materielle Modelländerungen bis zum 31. August des Vorjahres für mindestens 30 Tage zur Diskussion gestellt werden; finale Modelle folgen bis zum 15. Mai.
Für den Stresstest 2027 finalisiert die Fed überarbeitete Kredit-, Wertpapier- und Marktrisikomodelle.
Beim Marktschock wählt die Notenbank künftig zwei Szenarien und setzt den verlustreicheren an.
Ein paralleler Vorschlag stellt Anpassungen am Modell für zinsunabhängige Erträge für 60 Tage zur Debatte.
Planbarkeit statt Überraschungseffekt
Die Fed beendet das Rätselraten um ihre Stresstest-Modelle und stärkt die eigene Transparenz.
Die Ergebnisglättung dämpft zwar Puffer-Spitzen, reagiert bei echten Krisen aber zwangsläufig träger.
Für das Risikomanagement der Großbanken bringt der verlängerte Vorlauf spürbare Planungssicherheit.