Kreditlimits für Bank-Insider vor Vervierfachung
Die Federal Reserve schlägt umfassende Reformatierungen der Insider-Kreditregeln unter Regulation O vor. Kernpunkte sind die Vervierfachung veralteter Wertgrenzen, eine automatische Indexierung am BIP-Wachstum sowie Ausnahmen für Portfolio-Unternehmen passiver Indexfonds.
Vom Dollar-Fixpunkt zur BIP-Indexierung
Der Entwurf passt seit 1994 unveränderte Schwellenwerte an die nominale Wirtschaftsentwicklung an.
Die Wertgrenze für zustimmungspflichtige Insider-Kredite durch den Verwaltungsrat steigt von 500.000 US-Dollar auf 2 Millionen US-Dollar.
Für sonstige Kredite an Führungskräfte erhöht sich das Limit von 100.000 auf 400.000 US-Dollar.
Zudem wird die Ausnahme für Kreditkartenschulden von 15.000 auf 60.000 US-Dollar angehoben, während der Rahmen für Überziehungskredite von 5.000 auf 20.000 US-Dollar wächst.
Zukünftig sollen diese Beträge alle fünf Jahre automatisch anhand des nominalen US-BIP-Wachstums indexiert werden.
Ein weiterer Kernpunkt stellt Portfolio-Unternehmen passiver Indexfonds von der Vermutung der Kontrolle frei, sofern der Fondskomplex weder von Banken kontrolliert wird noch mehr als 10 Prozent der Stimmrechte an der jeweiligen Bank hält.
Neue Rollendefinitionen und Dodd-Frank-Leitplanken
Die Reform modernisiert auch den Begriff des leitenden Angestellten: Die Titel Vizepräsident, Kassenwart und Sekretär entfallen als automatische Vermutungskriterien, während Vorstandsleiter, Finanzchef, Chefkreditbeauftragter und Chefanlagestratege neu aufgenommen werden.
Zur Umsetzung von Vorgaben aus dem Dodd-Frank Act werden spezifische Bewertungsmethoden für Derivate und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte etabliert sowie Marktbedingungen gemäß Section 23B für Asset-Käufe verlangt.
Bei Wohnimmobiliendarlehen an Führungskräfte gilt künftig eine Mindestnutzungsdauer der Immobilie von drei Monaten pro Jahr.
Notwendige Korrektur mit Restrisiko
Die Anhebung der seit 1994 erstarrten Schwellenwerte war längst überfällig.
Die Befreiung passiver Indexfonds beseitigt eine absurde Bürokratiefalle des modernen ETF-Marktes.
Dennoch bleibt der Überwachungsaufwand für Banken trotz der Lockerungen hoch.