Vorab-Planung erklärt zwei Drittel des Baubooms in Opportunity Zones
FED Paper

Vorab-Planung erklärt zwei Drittel des Baubooms in Opportunity Zones

Eine Studie von Ökonomen der Federal Reserve zeigt, dass US-Gouverneure bei der Ausweisung von Opportunity Zones bevorzugt Gebiete wählten, in denen bereits Bauprojekte geplant waren. Zwei Drittel des beobachteten Bauwachstums gehen auf diese gezielte Auslese zurück.

Geplante Projekte stechen Steuervorteile aus

Die Ökonomen David Glancy, Robert Kurtzman und Lara Loewenstein untersuchen anhand detaillierter Mikrodaten von Dodge Data & Analytics die Auswahl von Opportunity Zones (OZs).

Ohne Berücksichtigung der Vorab-Planung verzeichneten ausgewiesene Zonen im Schnitt 0,47 mehr Baubeginne als vergleichbare berechtigte Gebiete.

Sobald das Modell jedoch die bereits vor Programmstart eingeleiteten Bauplanungen kontrolliert, schrumpft dieser Unterschied um fast zwei Drittel auf lediglich 0,17 Projekte pro Gebiet.

Ein strukturelles Modell schätzt den tatsächlichen ursächlichen Effekt der OZ-Ausweisung auf das Bauaufkommen auf etwa 12 Prozent.

Der scheinbare Erfolg der Regionalförderung beruht somit größtenteils darauf, dass Bundesstaaten gezielt Gebiete mit bereits existierender Investitionsdynamik auswählten.

Der Zielkonflikt zwischen Armutsbekämpfung und Ertrag

Die Studie offenbart eine fundamentale Zwickmühle örtlicher Wirtschaftsförderung.

Bundesstaaten, deren Gouverneure den Fokus stark auf das Investitionspotenzial legten, erreichten einen Anstieg um bis zu 0,22 Bauprojekte pro Zone, während rein bedürftigkeitsorientierte Staaten lediglich 0,06 Projekte erzielten.

Verschärfte Förderkriterien wie im vorgelegten One Big Beautiful Bill Act verlagern die Subventionen zwar erfolgreich in ärmere Viertel, senken aber gleichzeitig die Gesamtwirkung des Programms, da dort rentable Investitionsgelegenheiten fehlen.

Mitnahmeeffekte statt echter Strukturförderung

Die Studie entlarvt ein strukturelles Problem politisch gelenkter Standortförderung.

Steueranreize erzeugen zwar moderate Impulse, fließen aber vorrangig in ohnehin aussichtsreiche Projekte.

Ohne strikte Auflagen verkommt das Instrument zur reinen Mitnahmeprämie für Investoren.