16 Billionen Dollar schwerer Repo-Markt birgt Ansteckungsrisiken
Eine internationale Studie unter Beteiligung der Fed analysiert die weltweiten Repo-Märkte mit einem Volumen von 16 Billionen Dollar. Die Autoren warnen vor strukturellen Risiken durch hohe Wiederverwendung von Sicherheiten und extrem niedrige Sicherheitsabschläge.
Sicherheitenketten mit Sprengkraft
Der globale Markt für staatsanleihebesicherte Repos erreichte Ende 2024 ein Volumen von rund 16 Billionen US-Dollar, wovon die USA knapp 60 Prozent halten.
Rund 80 Prozent der Sicherheiten entfallen auf Staatsanleihen.
Dieselben Strukturen, die hohe Liquidität ermöglichen – sehr kurze Laufzeiten, zentrale Händlernetzwerke und intensive Wiederverwendung von Sicherheiten –, schaffen auch rapide Stresskanäle.
Im bilateralen US-Markt werden 74 Prozent des Volumens mit einem Sicherheitsabschlag von null Prozent gehandelt, während große US-Händler bis zu 85 Prozent der erhaltenen Sicherheiten weiterreichen.
Diese Praxis ermöglicht extreme Hebelwirkungen.
In Stressphasen wie im September 2019, März 2020 oder Herbst 2022 führte dies zu Kettenreaktionen und erzwungenen Notverkäufen.
Regulatorische Nebenwirkungen im Scheinwerferlicht
Einflussreiche Regulierungen wie Basel III haben das System zwar insgesamt gestärkt, aber neue Asymmetrien erzeugt.
Strikte Verschuldungsquoten veranlassen Banken zu Bilanzverkürzungen an Stichtagen, was regelmäßig zu abrupten Zinssprüngen am Repo-Markt führt.
Zudem nutzen Hedgefonds die Verfügbarkeit günstiger Repos für massive Basis-Trades zwischen Kassamarkt und Futures, was die Verwundbarkeit gegenüber Nachschussforderungen erhöht.
Zwar reduziert zentrales Clearing das Ausfallrisiko durch Multilateral-Netting, konzentriert jedoch Liquiditätsrisiken in einzelnen zentralen Gegenparteien.
Trügerische Sicherheit im Schattenreich
Die Arbeit legt offen, dass das globale Finanzsystem auf unzureichend besicherten Verbindlichkeiten ruht.
Bisherige Reformen verlagern die Risiken lediglich zwischen Banken, Nichtbanken und Zentralbanken.
Solange verbindliche Untergrenzen für Sicherheitsabschläge fehlen, bleibt der Repo-Markt anfällig für schwere Krisen.