Mehr Alternativen erhöhen die Sensibilität für Abhebegebühren
FED Studie

Mehr Alternativen erhöhen die Sensibilität für Abhebegebühren

Krzysztof Wozniak zeigt in einer Studie der Federal Reserve (Fed), dass Kunden bei mehr Ausweichmöglichkeiten stärker auf Geldautomatengebühren reagieren. Höhere Gebühren gehen mit weniger Abhebungen, aber höheren Beträgen je Abhebung einher.

Gebühren wirken je nach Standort

Die geschätzte Gebührenelastizität der Abhebungshäufigkeit beträgt im Modell mit Automaten-Fixeffekten −0,311, die des durchschnittlichen Abhebungsbetrags +0,027. Hinter diesen Mittelwerten stehen große Unterschiede: An medizinischen Einrichtungen beträgt die Häufigkeitselastizität −1,934, in Bürogebäuden −0,734 und an Universitäten −0,717. An Messezentren und touristischen Attraktionen unterscheiden sich die Schätzwerte statistisch nicht von null.

Wozniak verbindet die Unterschiede mit Dringlichkeit, Planung und Lerngelegenheiten durch wiederholte Nutzung.

Auch Wettbewerb verändert die Reaktion: Im lokalen Markt am zehnten Perzentil der Automatendichte beträgt die Elastizität −0,22, am neunzigsten Perzentil hingegen −0,41.

Millionen Beobachtungen, keine individuellen Verläufe

Die Daten umfassen Millionen täglicher Beobachtungen an Tausenden US-Geldautomaten von November 2014 bis Juni 2017.

Wozniak verknüpft sie mit regionalen Zensusdaten und Automatenstandorten.

Höhere Bildung geht mit stärkerer Gebührensensibilität einher; höhere Einkommen, kürzlicher Zuzug und eine andere Erstsprache als Englisch mit geringerer.

Individuelle Kunden lassen sich nicht verfolgen.

Automaten- und Zeit-Fixeffekte sollen Verzerrungen begrenzen.

Rund ein Viertel der Automaten ändert die Gebühr; bei 98 Prozent davon geschieht dies nur einmal.

Der Durchschnitt verdeckt Unterschiede

Laut Wozniak belasten Servicegebühren Verbraucher je nach Ausweichmöglichkeiten und Informationshürden unterschiedlich.

Als mögliche Entlastungen nennt er mehr Wettbewerb, Transparenz und Finanzbildung.

Die vorläufigen Ergebnisse sind keine Position des Fed-Direktoriums.

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