Planungsaufwand von Firmen treibt Inflationsunsicherheit
Eine Fed-Studie zeigt: Unternehmen passen ihren Planungshorizont an die Stärke von Wirtschaftsschocks an. Große Schocks zwingen Firmen zu vorausschauenderer Preissetzung, was die Inflationsunsicherheit endogen erhöht und Schwankungen in Krisenzeiten wie den 1970er-Jahren erklärt.
Kognitive Kosten versus vorausschauende Preise
Ökonomen der Federal Reserve und der Banco de España erweitern das Modell endlicher Planungshorizonte nach Woodford.
Unternehmen ermitteln bei Preisentscheidungen ihren Planungshorizont sequenziell und wägen den Nutzen besserer Prognosen gegen kognitive Kosten ab.
Bei durchschnittlich vier Quartalen Vorausplanung machen direkte Planungskosten weniger als 0,05 Prozent des Gewinns aus.
Treffen jedoch große oder persistente Nachfrage- und Angebotsschocks die Wirtschaft, weiten Firmen ihren Horizont aus.
Dadurch reagiert die Inflation drastischer auf Schocks, und die bedingte Volatilität der Inflation steigt kurzfristig an.
Das Modell erklärt damit Schwankungen der Inflationsunsicherheit, ohne dass man auf exogene Schwankungen der Schockvarianzen zurückgreifen muss.
Beweise aus fünf Jahrzehnten
Empirisch bestätigt das Modell den positiven Zusammenhang zwischen der Höhe von Inflationsprognose-Revisionen und der Inflationsunsicherheit mit einer Modell-Korrelation von 0,44 im Vergleich zu 0,43 in den US-Daten.
Zudem bleiben zentrale Stärken verhaltensorientierter Modelle erhalten: Prognosefehler verharren vorhersagbar (Coibion-Gorodnichenko-Koeffizient von 0,86), während die langfristigen Inflationserwartungen träge reagieren.
Die endogene Unsicherheit bildet historische Ausschläge während der Hochinflation der 1970er-Jahre, der Finanzkrise 2008 sowie der Pandemie präzise ab.
Ein eleganter Brückenschlag zur Realität
Das Papier schließt eine Lücke zwischen Verhaltensökonomie und makroökonomischer Volatilität.
Die Mikrofundierung über kognitive Kosten macht schwankende Inflationsunsicherheit ohne Hilfsannahmen erklärbar.
Für Zentralbanken zeigt das Modell fundiert, wie schwere Preisstörungen die Prognosedynamik verändern.