Enge Arbeitsmärkte steigern Jobqualität und -zufriedenheit
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Enge Arbeitsmärkte steigern Jobqualität und -zufriedenheit

Eine neue Studie der Federal Reserve zeigt: Enge Arbeitsmärkte verbessern nicht nur das Gehalt, sondern auch die Jobqualität. Ein Plus von 10 Prozent bei den Stellenangeboten erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Jobwechsels zu einer besseren Stelle um 11 bis 18 Prozent.

Das unterschätzte Plus an Jobqualität

Die Studie der Federal Reserve, basierend auf Daten des Survey of Household Economics and Decisionmaking (SHED), quantifiziert den Einfluss enger Arbeitsmärkte auf die Jobqualität.

Die Forscher schätzen, dass ein Anstieg der Stellenangebote um 10 Prozent die Wahrscheinlichkeit eines Jobwechsels erhöht und gleichzeitig die Chance auf eine insgesamt bessere Stelle um 11 bis 18 Prozent steigert.

Diese Verbesserung umfasst nicht nur höhere Löhne und bessere Sozialleistungen, sondern auch interessantere Arbeit und bessere Aufstiegsmöglichkeiten.

Da enge Arbeitsmärkte sowohl die Bezahlung als auch die Annehmlichkeiten im Job proportional verbessern, werden die Vorteile für Arbeitnehmer oft unterschätzt, wenn man sich ausschließlich auf monetäre Aspekte konzentriert.

Die Ergebnisse wurden durch verschiedene Robustheitsprüfungen bestätigt, darunter der Vergleich mit etablierten Jobdynamik-Outcomes und die Verwendung unterschiedlicher Datenquellen wie JOLTS und Lightcast.

Jenseits des Gehalts: Der Wert von Annehmlichkeiten

Die Studie greift ein zentrales Thema der „Great Resignation“ nach der COVID-Pandemie auf: Arbeitnehmer suchen zunehmend nach nicht-monetären Job-Annehmlichkeiten wie flexiblen Arbeitszeiten, mehr Autonomie und höherer Arbeitszufriedenheit.

Während die traditionelle Arbeitsmarktforschung sich oft auf Löhne konzentriert, liefert diese Arbeit formale Evidenz dafür, wie enge Arbeitsmärkte diese Aspekte beeinflussen.

Ein Anstieg der Arbeitsmarktenge um 10 Prozent erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels zu einem interessanteren Job um 12 Prozent, zu einem mit besserer Work-Life-Balance um 11 Prozent und zu einem mit besseren Aufstiegsmöglichkeiten um 14 Prozent.

Diese Effekte sind bei höher Gebildeten absolut größer, was die Komplexität der Lohnungleichheit bei Berücksichtigung breiterer Vergütungsaspekte verdeutlicht.

Mehr als nur Lohn: Ein Paradigmenwechsel

Diese Forschung stellt die traditionelle Sichtweise der Vorteile enger Arbeitsmärkte in Frage, indem sie den Wert von Job-Annehmlichkeiten quantifiziert.

Sie impliziert, dass die Vorteile für Arbeitnehmer und die gesellschaftlichen Erträge enger Arbeitsmärkte höher sind als bisher angenommen.

Zudem deutet die Einbeziehung nicht-monetärer Faktoren in ein Phillips-Kurven-Modell darauf hin, dass Verbesserungen der Jobqualität auch ohne eine Lohn-Preis-Spirale möglich sind.