Erwartete Sturmschäden mindern Immobilienwerte
FED Studie

Erwartete Sturmschäden mindern Immobilienwerte

0,5 Prozent Wertverlust bei 10 Prozent mehr Sturmschaden: Eine Untersuchung von 465.000 Hausverkäufen in Florida zeigt, dass Käufer physische Unwetterrisiken rational einpreisen. Dagegen spielen Versicherungsprämien und reale Hurrikanschäden eine deutlich geringere Rolle.

Zwei Prozent Diskont für Sturmschäden

Die Fed-Ökonomen Erik Heitfield, Mallick Hossain und Katie Merritt analysieren 465.203 Hausverkäufe in Florida aus den Jahren 2012 bis 2024.

Steigt der prognostizierte durchschnittliche Jahresschaden durch Unwetter um 10 Prozent, sinkt der Verkaufspreis um rund 0,5 Prozent.

Dies entspricht einem realen Diskontierungssatz von etwa 1,7 bis 2,1 Prozent für erwartete Sturmschäden, was auf eine rationale Einpreisung künftiger Verlustrisiken hindeutet.

Dagegen führt ein Anstieg der Versicherungsprämien um 10 Prozent nur zu einem Preisabschlag von etwa 0,16 Prozent.

Der daraus resultierende implizite Diskontsatz von 31 Prozent zeigt, dass Käufer Prämienunterschiede eher als vorübergehendes Phänomen betrachten.

Kaum Über­ra­schungs­ef­fekt durch Hurrikans

Methodisch nutzt das Forscherteam doppelt-entbiaste maschinelle Lernverfahren (DD-ML), um lagebedingte Vorzüge wie Küstennähe von reinen Risikofaktoren zu trennen.

Die Auswertung umfasst sechs schwere Hurrikans zwischen 2012 und 2024, darunter Irma, Ian und Milton.

Der direkte Einschlag eines Sturms mindert Hauspreise nur geringfügig um knapp 3 Prozent nach ein bis zwei Jahren.

Da Hurrikans in Florida allgegenwärtig sind, liefern konkrete Einschläge kaum neue Informationen für die langfristige Bewertung von Immobilien.

Aufgeklärter Markt mit blinder Stelle

Die Studie widerlegt die Annahme, Immobilienmärkte ignorierten physische Klimarisiken völlig.

Floridas ausgeprägtes Risikobewusstsein lässt sich jedoch kaum auf Regionen mit selteneren Katastrophen übertragen.

Dass Käufer explodierende Versicherungsprämien weitgehend ausblenden, birgt erhebliche Risiken für Hypothekenportfolios.

Quelle: FEDS Paper: Premiums or Peril

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