Mieten steigen in günstigen Regionen um bis zu 25 Prozent
Der pandemiebedingte Umzug ins Umland hat die Mieten in zuvor günstigen US-Regionen zwischen 2019 und 2022 um bis zu 25 Prozent steigen lassen. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen gerieten unter Druck, da die Mietbelastungsquote auf fast 80 Prozent kletterte.
Flucht aus Metropolen treibt Neumieten
Ökonomen der Federal Reserve analysierten anhand von Daten von RealPage und dem American Community Survey die Dynamik auf dem US-Mietmarkt zwischen 2019 und 2022.
Während die Preise für Neuverträge im teuersten Quartil um 15 Prozent zulegten, kletterten sie im günstigsten Quartil um 25 Prozent.
Über alle Mietverträge hinweg stiegen die Ausgaben im preiswertesten Segment um 19,4 Prozent von 775 auf 926 Dollar, im zweitgünstigsten Segment um 22,2 Prozent auf 1.257 Dollar.
In den teuersten Lagen lag das Plus bei nur 16,3 Prozent.
Gut verdienende Angestellte nutzten Telearbeit, um aus teuren Ballungsräumen in preiswertere Lagen zu ziehen, was die lokalen Mieten nach oben trieb.
Geringverdiener tragen die Hauptlast
Für einkommensschwache Haushalte im untersten Einkommensfünftel verschärfte sich die finanzielle Lage drastisch.
Deren Miet-Einkommens-Quote stieg landesweit von 63,0 Prozent auf 79,7 Prozent, während der Median aller Mieter von 30,0 auf 32,2 Prozent kletterte.
Zudem galten 2022 rund 88,3 Prozent der Niedrigeinkommenshaushalte als kostenbelastet, da sie mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Miete aufwendeten.
Da Besserverdiener zuzogen, verschleierten aggregierte Durchschnittswerte diesen Verdrängungsdruck.
Verdrängung im Windschatten des Homeoffice
Die Analyse entlarvt ortsunabhängiges Arbeiten als zweischneidiges Phänomen.
Während mobile Besserverdiener sparten, brachte der Nachfrageschub ansässige Geringverdiener an die Belastungsgrenze.
Regionale Durchschnitte verschleiern diese soziale Härte vollkommen.