Yen-Abwertung stärkt Auslandstöchter und bremst Inlandswachstum
Eine Studie der Fed belegt anhand japanischer Konzerndaten von 2020 bis 2022, dass Währungsabwertungen primär über Auslandstöchter wirken. Höhere Direktinvestitionserträge ersetzen dabei klassische Exporterfolge und dämpfen die heimische Industrieproduktion.
Zweigstellen wachsen, Fabriken schrumpfen
Während der Abwertung des Yen um 25 bis 30 Prozent in den Jahren 2021 und 2022 stiegen die Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften japanischer Konzerne kräftig.
Bei Firmen mit hoher Währungsexposition legten die Zahlungen an die Muttergesellschaften zu.
Auf Konzernebene stiegen die Auslandsentsendungen um 18,4 Prozent und die Beschäftigung in inländischen Vertriebs- sowie Supportbüros um 38,4 Prozent.
Die übrige heimische Produktionsbeschäftigung sank dagegen um 29,7 Prozent, während Sachanlagen um 20,1 Prozent zurückgingen.
Da knappe Steuerungs- und Vertriebskapazitäten zu den profitableren Auslandstöchtern verlagert wurden, blieb eine breite Expansion der Inlandsproduktion aus.
Kapitalerträge dämpfen den Leistungsbilanzsaldo
Im allgemeinen Gleichgewichtsmodell steigert eine reale Abwertung von 10 Prozent den Saldo der Direktinvestitionserträge um 0,51 Prozentpunkte des BIP.
Rund die Hälfte davon entfällt auf operative Zuwächse der Auslandstöchter.
Eine Auswertung von 70 Volkswirtschaften zwischen 2014 und 2024 bestätigt das Muster: Höhere Abwertungsexposition über ausländische Direktinvestitionsnetze geht nach zwei Jahren mit 0,13 Prozentpunkten höheren Ertragsgutschriften und einem um 0,8 Prozentpunkte geringeren realen BIP-Wachstum einher.
Abschied vom Exportmärchen
Die Annahme, eine schwache Währung kurble automatisch die heimische Industrieproduktion an, ist für globale Konzerne überholt.
Statt neuer Fabrikjobs im Inland steigen vor allem Erträge und Steuerungsaufwand für Auslandsstandorte.
Wechselkursabwertungen taugen damit kaum noch als Hebel für reales Inlandswachstum.