US-Unsicherheit treibt weltweite Risikoprämien und den Dollar
Ein US-Volatilitätsschock von 15 Prozent weitet weltweite Unternehmensanleihe-Spreads um 0,3 Prozentpunkte aus und stärkt den Dollar. Eine Fed-Studie zeigt, dass Bilanzrestriktionen globaler Finanzintermediäre diese internationalen Übertragungseffekte erst quantitativ erklären.
Synchroner Anstieg der Risikoprämien
Ökonomen der Fed und der Brown University analysieren anhand von Daten von 1990 bis 2024 die Übertragung von US-Unsicherheitsschocks auf die Weltwirtschaft.
Ein exogener Anstieg des Volatilitätsindex VIX um 15 Punkte erhöht die Kreditspreads von Unternehmensanleihen in den USA und 17 untersuchten Volkswirtschaften synchron um rund 0,3 Prozentpunkte.
Gleichzeitig wertet der handelsgewichtete US-Dollar um 0,5 Prozent auf, während die Prämie für das Halten von Fremdwährungen um 0,5 Prozentpunkte zulegt.
Reibungsfreie Standardmodelle scheitern an diesem Muster: Sie prognostizieren fälschlicherweise fallende Risikoprämien, steigende Vermögenspreise und eine Abwertung des US-Dollars infolge von Vorsichtssparmotiven.
Knappes Eigenkapital als Hebel
Der Schlüssel zur Auflösung des Paradoxons liegt in bilanziellen Verschuldungsgrenzen global agierender US-Intermediäre.
In Stressphasen wird Eigenkapital knapp und damit extrem wertvoll, wodurch der stochastische Diskontierungsfaktor der Banken stark antizyklisch reagiert.
Der Preis des Risikos steigt dadurch um mehr als das Zehnfache gegenüber reibungsfreien Märkten.
Weil dieselben gehebelten Banken über Grenzen hinweg US-Kapital, Auslandskapital und Staatsanleihen halten, schlägt der US-Volatilitätsschock nahezu eins zu eins auf ausländische Kreditspreads und Währungsprämien durch.
Mechanismus schlägt Mythos
Die Autoren liefern das längst überfällige mikrofundierte Fundament für den globalen Finanzzyklus.
Indem das Modell die Dollar-Stärke ohne konstruierte Sonderrollen abbildet, entzaubert es etablierte Safe-Haven-Mythen.
Für Aufseher folgt daraus klar: Internationale Schockfestigkeit entscheidet sich an den Kapitalpuffern weniger Großbanken.
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