Staatsrisiken treffen Banken mit Marktwertportfolios stärker
FED Studie

Staatsrisiken treffen Banken mit Markt­wert­port­fo­li­os stärker

Staatsrisiken übertragen sich stärker auf Banken, die mehr heimische Staatsanleihen zum Marktwert bilanzieren. Charlotte Hoopes, Pinar Uysal und Ilknur Zer belegen dies anhand von 34 europäischen Banken in zwölf Ländern; höhere Kapitalquoten begrenzen den Zusammenhang.

Die Bilanzierung bestimmt die Verstärkung

Die Studie verknüpft tägliche CDS-Prämien vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2025 mit halbjährlichen Aufsichtsdaten der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA).

Bei einem Anstieg staatlicher CDS-Prämien um 10 Prozent vergrößert der Wechsel vom zehnten zum neunzigsten Perzentil der Marktwertbestände die Reaktion der Bankprämien um 2,4 Prozentpunkte.

Bei fortgeführten Anschaffungskosten sind es 1,7 Prozentpunkte; nur der erste Unterschied ist statistisch gesichert.

Geringe Kapitalisierung und stärkere Kapitalmarktfinanzierung verstärken den Marktwertkanal.

In Italien, Portugal und Spanien ist die Verflechtung stärker als in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.

Hohe Staatsschulden, Zinslasten und Marktunsicherheit verstärken die Übertragung ebenfalls.

Weniger Marktwertbestände, weiterhin verflochten

Die durchschnittliche Verbindung zwischen Staats- und Bankrisiken bleibt stabil.

Die marktwertbezogene Verstärkung sinkt bereits vor der Ankündigung eines Instruments gegen Fragmentierung im Juni 2022.

Zugleich fällt der Marktwertanteil heimischer Staatsbestände von rund 55 Prozent 2018 auf 36 Prozent am Stichprobenende.

Bei konstant gehaltenen Bankbeständen fällt der Rückgang geringer aus.

Steigende Staatsrisiken gehen zudem mit sinkenden Bankaktienkursen einher; größere Bestände verstärken dies bei beiden Bilanzierungsarten ähnlich.

Bestandsgröße allein reicht nicht

Nach Einschätzung der Autoren erfordert die Risikoprüfung neben Staatsbeständen auch deren Bilanzierung sowie die Tragfähigkeit von Bank und Staat.

Die Schätzungen zeigen bedingte Zusammenhänge, keine kausalen Portfolioeffekte.

Einen eigenständigen Reformeffekt isoliert die Studie nicht.

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