Waller stellt nach Zinsschritt weitere Anhebungen in Aussicht
FED Rede

Waller stellt nach Zinsschritt weitere Anhebungen in Aussicht

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat in Istanbul weitere Zinserhöhungen signalisiert. Nach der Anhebung auf 3,75 bis 4,0 Prozent im September erfordere die Kerninflation von 3,0 Prozent eine anhaltend restriktive Geldpolitik, während der Arbeitsmarkt stabil bleibe.

Inflationsdruck erzwingt Kurswechsel

Der Offenmarktausschuss hob den Leitzins im September nach neunmonatiger Pause um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,0 Prozent an.

Waller begründete diesen Schritt mit anhaltendem Preisdruck: Die Kernrate der Konsumausgaben lag im August bei 0,25 Prozent und im Vorjahresvergleich bei 3,0 Prozent.

Seit dem Frühjahr 2024 verharrt dieser Wert zwischen 2,5 und 3,0 Prozent, womit die Inflation bald fünfeinhalb Jahre über dem Ziel verweilt.

Anhaltend hohe Energiepreise, steigende Kosten durch den Ausbau künstlicher Intelligenz sowie drohende Zölle treiben die Teuerung.

„Zumindest in naher Zukunft wird sich die Politik auf die Inflationsseite unseres Mandats konzentrieren“, betonte Waller.

Eine schwere Konjunkturabkühlung befürchtet er angesichts stabiler Arbeitsmarktdaten nicht.

Signale statt starre Zinspfade

Für künftige Beschlüsse setzt Waller auf die Signalwirkung der vierteljährlichen Zinsprojektionen (SEP).

Im September erwarteten 16 von 18 Notenbankern mindestens eine weitere Zinsanhebung im laufenden Jahr, vier davon rechneten mit zwei Schritten.

Acht Ratsmitglieder sehen den Leitzins Ende 2027 um 50 Basispunkte über dem aktuellen Niveau.

Dieser Ansatz vermittle den Märkten die avisierte Richtung ohne starre Festlegung: Der genaue Zeitpunkt und die Schrittgröße blieben datenabhängig.

Orientierung ohne Garantie

Wallers Trennung von Forward Guidance und bloßer Signalwirkung ist ein rhetorischer Drahtseilakt.

Die Fed versucht damit, Orientierung zu geben, ohne sich auf einen festen Pfad festnageln zu lassen.

Für Investoren liefert das Dot-Plot zwar Richtung, bleibt aber ein höchst unzuverlässiger Fahrplan.

Fehler melden