Hälfte der Staaten hat Lücken bei Notfall-Liquidität für Banken
Rund die Hälfte aller untersuchten Staaten weist laut einem Bericht des Finanzstabilitätsrats (FSB) erhebliche Lücken bei staatlichen Auffangmechanismen für Krisenbanken auf. Der FSB fordert verbindliche Vorkehrungen, um Notliquidität vor Ausbruch akuter Notlagen abzusichern.
Sechs Empfehlungen gegen akute Liquiditätsnot
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) mahnt in einer thematischen Überprüfung dringenden Handlungsbedarf bei staatlichen Notfall-Liquiditätsfazilitäten (PBF) an.
Die Bankenpleiten des Jahres 2023 hätten verdeutlicht, wie rasch Institute unter akuten Liquiditätsstress geraten können.
Fünfzehn Jahre nach Veröffentlichung der FSB-Vorgaben weise rund die Hälfte der Rechtsordnungen noch immer wesentliche Defizite auf.
Der Bericht formuliert sechs Empfehlungen, um global systemrelevanten Banken (G-SIBs) im Abwicklungsfall verlässlichen Zugang zu Liquidität als letztes Mittel zu sichern.
„Ein glaubwürdiger Mechanismus zur staatlichen Liquiditätsbereitstellung ist unerlässlich“, betonte Soledad Núñez, Vizegouverneurin der Banco de España und Leiterin der Untersuchung.
Verstaatlichung als vermeidbare Notlösung
Der FSB stützt sich auf die 2011 beschlossenen Kernattribute für wirksame Abwicklungsregime von Finanzinstituten.
Ziel des Regelwerks ist es, scheiternde Institute ohne schwere Marktverwerfungen und ohne Verluste für Steuerzahler abzuwickeln.
Funktionierende Notfallfazilitäten sollen verhindern, dass marode Banken verstaatlicht werden müssen.
Unter dem Vorsitz von Andrew Bailey überwacht das Gremium die Umsetzung von Kernattribut 6 und kündigt an, Mitgliedsländer durch den Austausch bewährter Verfahren bei der Schließung der Lücken zu unterstützen.
Im Ernstfall droht wieder Improvisation
Dass fünfzehn Jahre nach den ersten Standards noch immer gravierende Lücken klaffen, ist ein Armutszeugnis.
Die Bankenpleiten von 2023 haben gezeigt, dass im Krisenfall keine Zeit für Improvisation bleibt.
Ohne verbindliche Auffangnetze droht bei der nächsten Schieflage erneut der Griff zu Steuermitteln.