Multilateralismus in der Finanzregulierung unverzichtbar
FSB Speech

Multilateralismus in der Finanzregulierung unverzichtbar

Trotz wiederkehrender Krisenmeldungen arbeitet der Finanzstabilitätsrat (FSB) weiter eng an globalen Standards. Das betonte der FSB-Generalsekretär in einer Grundsatzrede zur Zukunft des Multilateralismus.

Finanzmärkte suchen den schwächsten Punkt

Finanzmärkte handeln mit Risiken und suchen unerbittlich nach den schwächsten Gliedern im globalen Gefüge.

Wenn regulatorische Standards zu stark voneinander abweichen, wandern Aktivitäten dorthin ab, wo die Aufsicht am dünnsten ist.

Das führt nicht nur zu Arbitrage, sondern zu massiven systemischen Vulnerabilitäten.

Eine globale Angleichung ist daher kein Selbstzweck, sondern ein unverzichtbares Risikomanagement-Tool für offene Volkswirtschaften.

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) bündelt die Perspektiven von Zentralbanken und Regulierern aus siebzig Ländern, um diesen grenzüberschreitenden Risiken gemeinsam zu begegnen.

Künstliche Intelligenz und grenz­über­schrei­ten­de Zahlungen

Die inhaltlichen Prioritäten des FSB spiegeln die aktuellen Herausforderungen der globalen Wirtschaft wider.

Neben der strengen Überwachung von Nichtbanken-Finanzintermediären stehen digitale Innovationen wie Krypto-Assets und Künstliche Intelligenz im Fokus.

Zu letzterer hat der Rat kürzlich Konsultationsberichte vorgelegt, um den sicheren und transparenten Einsatz in Finanzinstituten zu gewährleisten.

Gleichzeitig treiben 29 Jurisdiktionen den Fahrplan für effizientere grenzüberschreitende Zahlungen voran, die für den weltweiten Handel unerlässlich sind.

Keine Utopie, sondern harte Arbeit

Der Glaube an den Tod des Multilateralismus greift zu kurz und ignoriert die reale Arbeit internationaler Gremien.

Statt in Fatalismus zu verfallen, braucht es die physische Präsenz der Akteure am Verhandlungstisch.

Nur durch Pragmatismus und echten Konsens lassen sich globale Finanzkrisen wirksam verhindern.