Zinsabstand zum US-Dollar schwächt Hongkong-Dollar Richtung 7,8500
Der Hongkong-Dollar hat sich nach der US-Zinserhöhung auf bis zu 7,8475 gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. HKMA-Chef Eddie Yue verweist auf wachsende Zinsdifferenzen und Carry Trades, sieht das Wechselkurssystem im Zielband von 7,75 bis 7,85 aber voll funktionsfähig.
Carry Trades drücken den Wechselkurs
Nach der US-Zinsanhebung um 25 Basispunkte im September hat sich der Hongkong-Dollar von 7,8300 bis 7,8380 im Mai auf zuletzt 7,8460 bis 7,8475 abgeschwächt.
Damit rückt die Währung näher an die schwache Interventionsgrenze von 7,8500 heran.
Laut HKMA-Chef Eddie Yue treiben zwei Faktoren diese Bewegung: Zum einen nutzen Banken und Spekulanten die wachsende Zinsdifferenz zum US-Dollar für Carry Trades und bauen Bestände ab.
Zum anderen sank die Nachfrage nach lokaler Währung, da Emissionen an den Aktienmärkten zurückgingen und saisonale Effekte durch Dividendenzahlungen ausliefen.
Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) verweist darauf, dass die Zinsen der Währung maßgeblich von den Liquiditätsbedingungen gesteuert werden.
Automatischer Puffer gegen Abflüsse
Das Wechselkurssystem LERS bindet die Währung an ein Band zwischen 7,75 und 7,85 HKD je US-Dollar.
Bei Erreichen der Marke von 7,85 greift die Währungsbehörde automatisch ein: Der Kauf von Hongkong-Dollar verringert die Liquiditätsbasis im Bankensystem, treibt die lokalen Geldmarktzinsen nach oben und stützt so den Wechselkurs.
Yue betont, dieser Mechanismus funktioniere planmäßig.
Da die US-Notenbank wegen hartnäckiger Inflation bis 2027 weitere Zinsschritte erwägt, bleibt das Zinsgefälle vorerst bestehen.
Funktionierender Mechanismus mit Nebenwirkungen
Das Wechselkurssystem beweist erneut seine technische Robustheit gegenüber Zinsdifferenzen.
Doch der automatische Zinsanstieg zur Kursverteidigung wird Kreditnehmer und den Immobilienmarkt belasten.
Für Kreditnehmer in Hongkong markiert die Kursschwäche das Vorspiel zu spürbar steigenden Finanzierungskosten.