Haushalte konsumieren die Hälfte firmenbedingter Einkommenszuwächse
Zusätzliches Einkommen durch den Wechsel zu besser zahlenden Firmen fließt etwa zur Hälfte in den Konsum. Das zeigt eine am 15. Oktober 2026 veröffentlichte Forschungsarbeit der norwegischen Zentralbank (Norges Bank) anhand norwegischer Zahlungs- und Beschäftigungsdaten.
Mehr Lohn, dauerhaft mehr Ausgaben
Sigurd Galaasen, Andreas R. Kostøl und Michael Simmons verknüpfen Zahlungsdaten mit Beschäftigungsregistern für 2006–2018.
Sie untersuchen Arbeitgeberwechsel von Vollzeitbeschäftigten zwischen 25 und 60 Jahren in den Jahren 2011–2015.
Ein um 10 Prozent höherer Firmenlohnaufschlag erhöht das verfügbare Einkommen über drei Folgejahre um 5,3 Prozent des Ausgangseinkommens; die Ausgaben steigen um 2,8 Prozent derselben Bezugsgröße.
Die marginale Konsumquote beträgt für Alleinstehende 0,487, für Paarhaushalte 0,589. Einkommens- und Konsumeffekte bestehen noch nach sieben Jahren.
Wohnbezogene Ausgaben liefern den größten Beitrag, Hotels reagieren relativ am stärksten.
Für Lebensmittel und Kommunikation sind die Effekte statistisch nicht gesichert.
Sparen verkleinert die Konsumlücke
Die Autoren schätzen Firmenlohnaufschläge anhand von Personen- und Firmeneffekten und korrigieren Messfehler durch geteilte Stichproben.
Die bereinigte Varianz der Firmeneffekte beträgt beim Konsum 0,006, beim Lohn 0,014. Ein Suchmodell mit Sparentscheidungen bildet diese Befunde nach.
Darin entspricht der Aufstieg um eine Standardabweichung einem dauerhaften Konsumgewinn von 2,3 Prozent; das Lebenseinkommen steigt brutto um 12,2 und verfügbar um 10,3 Prozent.
Die modellierte konsumbezogene Wohlfahrtsvarianz beträgt 49 Prozent des Bruttolohnmaßstabs.
Lohn ist nicht gleich Wohlfahrt
Nach den Ergebnissen übertragen sich Firmenlohnunterschiede nur teilweise auf den Konsum.
Die Wohlfahrtsaussagen hängen jedoch von Modellannahmen und nichtmonetären Arbeitsbedingungen ab.
Die Autoren verfügen über keine direkten Messungen dieser Bedingungen; ihre Schlussfolgerungen sind keine Position der Norges Bank.
Quelle: Firm Pay and Consumption Inequality
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