Bache stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht
NORGES Rede

Bache stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht

Ida Wolden Bache bekräftigte am 26. Juni 2026 weiteren Zinserhöhungsbedarf für Norwegen. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität hatte den Leitzins im Mai um 25 Basispunkte von 4,00 auf 4,25 Prozent erhöht; Bache verwies auf anhaltend überhöhte Inflation.

Größere Schocks, stärkere Reaktionen

Bache sprach auf der 25. Jahreskonferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel; die Veröffentlichung folgte am 19. Oktober 2026.

Fragmentierung, Handelsbeschränkungen, Klimawandel, Dekarbonisierung und künstliche Intelligenz können laut Bache größere und häufigere Schocks auslösen.

Das verlangt keine neue Reaktionsfunktion, bei großen Zielabweichungen aber gegebenenfalls stärkere Eingriffe als einfache Regeln nahelegen.

Bei Angebotsschocks seien Inflation, Beschäftigung und Aktivität abzuwägen.

In Norwegen erwarten Ökonomen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen langfristig eine Inflation nahe dem Niveau vor der Pandemie; Haushalte und Unternehmensleitungen bleiben darüber.

Wie Erwartungen Preise und Löhne prägen, sei weiter zu erforschen.

Ölpreise wirken in Norwegen anders

Bache verwies auf den Nahostkonflikt und die Sperrung der Straße von Hormus.

Laut Norges Bank erhöhen Energiepreisschocks in fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Inflation, belasten das BIP aber weniger als früher; beschrieben im Geldpolitischen Bericht 2/2026.

Für Norwegens Festlandswirtschaft findet die Untersuchung keinen statistisch gesicherten Aktivitätseffekt höherer Ölpreise.

Höhere Kosten und schwächere Auslandsnachfrage treffen auf mehr Ölinvestitionen und Lohndruck.

Ein großer Teil der Öleinnahmen fließt über Sondersteuern an den Staat und wird gemäß Fiskalregel überwiegend gespart.

Kein reiner Angebotsschock

Norwegens Ölproduktion verändert laut Bache die geldpolitische Abwägung.

Höhere Energiepreise verbinden dort einen negativen Angebotsschock mit einem positiven Nachfrageschock.

Das verstärkt aus ihrer Sicht die Argumente für höhere Zinsen gegen Zweitrundeneffekte auf die Inflation.

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