Norwegischer Leitzins verharrt bei 4,25 Prozent
Die norwegische Zentralbank belässt den Leitzins bei 4,25 Prozent. Trotz rückläufiger Teuerung schließt Gouverneurin Ida Wolden Bache eine weitere Zinserhöhung nicht aus, da die Inflation nach wie vor deutlich über dem Zielwert liegt.
Rückgang der Inflation reicht noch nicht
Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der Norges Bank beließ den Leitzins auf seiner Sitzung am 12. August unverändert.
Zwar lag die Verbraucherpreisinflation im Juli bei 3,0 Prozent und die Kernrate (CPI-ATE) bei 2,7 Prozent – beides niedriger als zuvor prognostiziert.
Dennoch bleibt der Preisdruck hoch.
"Der Rückgang der Inflation ist eine gute Nachricht, aber sie ist immer noch zu hoch", erklärte Gouverneurin Ida Wolden Bache.
Die Zentralbank betont, dass ein rascher Anstieg der Unternehmenskosten die Inflation weiter hochhalten könnte.
Um eine Verfestigung hoher Inflationserwartungen bei Haushalten und Unternehmen zu verhindern, stuft der Ausschuss einen restriktiven geldpolitischen Kurs weiterhin als notwendig ein.
Immobilienmarkt kühlt ab, Krone stabilisiert
Die wirtschaftliche Dynamik in Norwegen kühlt sich ab.
Während die Arbeitslosigkeit stabil blieb, sanken die Preise für Wohnimmobilien im Juli deutlich, und die Bautätigkeit verharrt auf niedrigem Niveau.
Der Wechselkurs der Krone hat sich nach einer Schwächephase wieder gefangen.
Dennoch sorgt der Nahost-Konflikt für Unsicherheit beim Preisausblick.
Für diese Zwischensitzung wurden keine neuen Prognosen erstellt; umfassendere Projektionen legt die Norges Bank zusammen mit dem Zinsentscheid am 24. September vor.
Drohkulisse als geldpolitischer Platzhalter
Die Drohung mit Zinserhöhungen dient primär als Dämpfer für übereilte Markterwartungen.
Das Vertagen der Richtungsentscheidung verschafft der Zentralbank Zeit bis zur fundierten September-Prognose.
Solange der Kostendruck anhält, bleibt die rhetorische Härte notwendig – trotz sinkender Teuerungsraten.
Quelle: Policy rate kept unchanged at 4.25 percent
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