Leitzins auf 4,50 Prozent angehoben
Die norwegische Zentralbank hebt ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent an. Der geldpolitische Ausschuss begründet den Schritt mit dem anhaltenden Inflationsdruck und stellt ein längerfristig erhöhtes Zinsniveau in Aussicht.
Zinsschritt gegen die Verfestigung
Die Norges Bank hat ihren Leitzins von 4,25 Prozent auf 4,50 Prozent erhöht.
Ausschlaggebend war laut Gouverneurin Ida Wolden Bache die seit Jahren über dem Zielwert verharrende Teuerung.
„Mit der Anhebung des Leitzinses tragen wir dazu bei, die Inflation zu senken“, sagte Bache.
Zwar schwächte sich die zugrunde liegende Kerninflation (CPI-ATE) über den Sommer ab, die Gesamtinflation lag jedoch über den Erwartungen.
Zudem treiben gestiegene Öl-, Gas- und Rohstoffpreise infolge der Lage im Nahen Osten die Risiken.
Die Notenbank warnte davor, dass sich hohe Teuerungsraten im Verhalten von Unternehmen und Haushalten verfestigen könnten.
Der Zinspfad signalisiert nun ein länger anhaltend hohes Zinsniveau.
Zielerreichung erst 2029
Die Kapazitätsauslastung in Norwegen sank zuletzt leicht unter das Normalniveau, während die Beschäftigung weiter zunahm.
Gleichzeitig dämpft eine stärkere Krone den Preisdruck importierter Güter.
Die Notenbank-Projektionen verschieben die Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel bis ins Jahr 2029.
Der Leitzins soll entsprechend länger auf dem aktuellen Niveau verharren, bevor schrittweise Lockerungen einsetzen.
Eine von der Regierung am 18. September erlassene Verordnung ändert an dieser geldpolitischen Ausrichtung nichts.
Geduld statt Zinswende
Die Norges Bank wählt einen betont straffen Kurs und nimmt eine späte Zielerreichung 2029 bewusst in Kauf.
Damit priorisiert Oslo die Abwehr von Zweitrundeneffekten vor den Risiken einer abkühlenden Konjunktur.
Für Kreditnehmer zerschlägt die Entscheidung vorerst jede Hoffnung auf eine rasche geldpolitische Lockerung.
Quelle: Policy rate raised to 4.50%
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