Norwegens Wachstumsaussichten: Leichte Änderungen, Lohnplus von 4,2 Prozent erwartet
Das Regional-Netzwerk der Norges Bank erwartet nur geringfügige Änderungen der Wachstumsaussichten bis zum Sommer. Verteidigungsinvestitionen und höhere Haushaltsnachfrage stützen, während der Bausektor bremst.
Wachstumsmix: Verteidigung stützt, Bau bremst
Das Regional-Netzwerk der Norges Bank prognostiziert für die norwegische Wirtschaft bis zum Sommer nur geringfügige Veränderungen des Produktionswachstums.
Die Wachstumsaussichten haben sich durch mehrere Faktoren verbessert.
Dazu zählen signifikante Verteidigungsinvestitionen, die die industrielle Aktivität und die Beschäftigung ankurbeln.
Auch die Entwicklung der Energieversorgung, die sowohl inländische Projekte als auch Exportkapazitäten stärkt, trägt positiv bei.
Eine höhere erwartete Nachfrage der privaten Haushalte signalisiert zudem eine Belebung des Konsums und des allgemeinen Wirtschaftsvertrauens.
Diese positiven Impulse werden jedoch durch dämpfende Effekte teilweise kompensiert.
Der Abschluss von Projekten, die im Zuge des Erdölsteuerpakets initiiert wurden, führt zu einem Rückgang der Aktivität in diesem Segment.
Gleichzeitig bleibt die Bautätigkeit auf einem niedrigen Niveau, was ebenfalls das Gesamtwachstum bremst.
Diese gegenläufigen Kräfte resultieren in einer insgesamt moderaten Anpassung der Wachstumserwartungen.
Arbeitsmarkt entspannt, Lohnwachstum bleibt hoch
Der norwegische Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen einer leichten Entspannung.
Der Anteil der Unternehmen, die eine volle Kapazitätsauslastung melden, ist seit der letzten Umfrage leicht zurückgegangen, und es gibt weniger Berichte über Rekrutierungsschwierigkeiten.
Das Beschäftigungswachstum soll bis zum Sommer leicht anziehen.
Die Kontakte prognostizieren ein jährliches Lohnwachstum von 4,2 Prozent für 2026 und 3,9 Prozent für 2027.
Die Investitionstätigkeit wird voraussichtlich 2026 höher sein als 2025 und 2027 weiter zunehmen.
Die Profitabilität der befragten Unternehmen hat sich seit dem ersten Quartal 2025 insgesamt etwas verbessert, was die robuste Wirtschaftslage unterstreicht.
Robuster Ausblick trotz Bremsspuren
Die Umfrage der Norges Bank zeichnet ein Bild robuster, aber nicht überhitzter Wachstumsaussichten.
Die Mischung aus stützenden und dämpfenden Faktoren deutet auf eine kontrollierte Entwicklung hin, die der Zentralbank Spielraum lässt.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass kein unmittelbarer Handlungsdruck besteht, aber die Lohnentwicklung genau beobachtet werden muss.