Pan warnt vor Protektionismus und bekräftigt lockeren Zinskurs
Beim G20-Treffen in Asheville warnte PBOC-Gouverneur Pan Gongsheng vor den Folgen von Handelskonflikten für die globale Inflation. Zugleich bekräftigte er die Fortführung einer moderat akkommodierenden Geldpolitik in China.
Warnung vor Protektionismus und Zöllen
Handelskonflikte und Protektionismus belasten nach Worten von Pan Gongsheng die weltwirtschaftliche Entwicklung.
Beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure in Asheville betonte der Gouverneur der People’s Bank of China (PBOC), dass gestörte Lieferketten die Inflation antreiben und Markterwartungen belasten.
Zur Bewältigung der Schuldenkrise in Entwicklungsländern forderte Pan ein Vorgehen nach dem Prinzip von „gemeinsamem Handeln und fairer Lastenteilung“.
Der G20-Rahmen müsse eine vergleichbare Behandlung aller Gläubiger sicherstellen.
Bei globalen Ungleichgewichten sieht Pan beide Seiten in der Pflicht: Defizitländer müssten ihre Haushaltsdefizite verringern und die Ersparnisse erhöhen, während Überschussländer den Konsum und Investitionen stärken sollten.
Strukturreformen und akkommodierender Kurs
Mit Blick auf die heimische Wirtschaft betonte Pan, dass China keinen Handelsüberschuss gezielt anstrebe.
Die strukturelle Transformation bleibe eine strategische Priorität im 15. Fünfjahresplan, während die Binnennachfrage ausgebaut werde.
Geldpolitisch kündigte der Gouverneur die Fortsetzung eines moderat akkommodierenden Kurses an.
Die PBOC werde ihr Zinsgefüge optimieren und das geldpolitische Rahmenwerk weiterentwickeln, um das Wirtschaftswachstum und die Finanzstabilität abzusichern.
Pekings diplomatische Doppelstrategie
Pan nutzt das G20-Treffen, um westliche Kritik an Chinas Exporten abzuwehren und Gläubiger bei Umschuldungen in die Pflicht zu nehmen.
Das Festhalten an der lockeren Zinspolitik stützt vor allem die heimischen Märkte.
An den globalen Handelskonflikten ändert Pekings Rhetorik jedoch wenig.