Drei Zinsanhebungen dämpfen Nachfrage und Immobilienmarkt
RBA Speech

Drei Zinsanhebungen dämpfen Nachfrage und Immobilienmarkt

Die australische Notenbank bewertet ihre Geldpolitik nach drei Zinsanhebungen in diesem Jahr als leicht restriktiv. Steigende Hypothekenzahlungen, die Aufwertung des Austral-Dollars um fünf Prozent und abkühlende Immobilienmärkte dämpfen die Gesamtnachfrage.

Drei Zinsanhebungen zeigen Wirkung

Die drei Leitzinsanhebungen seit Jahresbeginn zeigen spürbare Wirkung in der Realwirtschaft.

Höhere Kreditzinsen schlagen sich direkt in den Budgets der Haushalte nieder: Die vereinbarten Hypothekenzahlungen erreichen gemessen am verfügbaren Einkommen nahezu ihren Höchststand aus dem Jahr 2024.

Zudem bremst das langsamere Kreditwachstum die Immobilienpreise, insbesondere in den Großstädten Sydney und Melbourne.

Über den Wechselkurskanal trug die Straffung zu einer Aufwertung des Austral-Dollars um rund fünf Prozent auf gewichteter Handelsbasis bei.

Dies verbilligt Importe und dämpft die Inlandsnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.

Auch Anpassungen bei den Steuern im Bundeshaushalt bremsten die Investorennachfrage am Wohnungsmarkt.

Globale Gegenwind-Faktoren und KI-Boom

Gleichzeitig wirken globale Kräfte der geldpolitischen Bremswirkung entgegen.

Massive Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur – vor allem in den USA, Südkorea und Taiwan – stützen die Weltnachfrage und treiben die Anleiherenditen im Ausland nach oben.

Höhere Renditen im Ausland sowie hohe Staatsdefizite führender Industrienationen schwächen wiederum den Austral-Dollar.

Dies führt dazu, dass ein gegebenes Zinsniveau weniger restriktiv wirkt als gedacht.

Dennoch liegt der Leitzins weiterhin am oberen Ende der Schätzungen für den neutralen Zinssatz.

Ein schmaler Grat ohne Garantie

Die RBA stützt ihre Lagebeurteilung auf vage Modelle zum neutralen Zinssatz.

Während der Immobilienmarkt bereits spürbar nachgibt, untergräbt der globale KI-Boom die Wirkung der eigenen Zinsanhebungen.

Für eine Entwarnung an der Inflationsfront ist es daher noch deutlich zu früh.

Quelle: Fireside Chat The Restrictive Stance of Monetary Policy

IN: