Aufsicht mahnt Börse ASX und startet Konsultation zu Tokenisierung
Der Zahlungsverkehrsrat der Reserve Bank of Australia fordert tiefgreifende Governance-Reformen beim Börsenbetreiber ASX. Zudem startete das Gremium am 27. August 2026 Initiativen zur Modernisierung der Abrechnungssysteme sowie zur Tokenisierung von Zentralbankgeld.
Ungelöste Baustellen beim Börsenbetreiber
Das Payments System Board der Reserve Bank of Australia (RBA) hat die jährliche Bewertung der Clearing- und Abwicklungsinfrastruktur der ASX verabschiedet.
Zwar gab es Fortschritte bei der operativen Stabilität und der ersten Tranche des CHESS-Ersatzsystems, doch mahnt das Gremium anhaltende Mängel in Governance, Kultur und Risikomanagement an.
Parallel erhöht die Notenbank den Druck auf den Bankensektor bei der Modernisierung von Konto-zu-Konto-Zahlungen (A2A).
Die Branche muss sich auf verbindliche Zeitpläne für die Ablösung veralteter Verrechnungssysteme wie dem Bulk Electronic Clearing System einigen.
Sollte der Markt keine Fortschritte erzielen, behält sich die RBA regulatorische Eingriffe im öffentlichen Interesse vor.
Tokenisierung und gesetzliche Bargeldsicherung
Als Folge des Abschlussberichts zum Projekt Acacia leitet die Zentralbank eine Konsultation zur Rolle des Verrechnungssystems RITS in einem tokenisierten Finanzökosystem ein.
Geprüft wird, welche Infrastruktur nötig ist, um Großhandelsmärkte und tokenisiertes Geld abzuwickeln.
Zugleich trat am Sitzungstag der Cash Distribution Framework Act 2026 in Kraft.
Das Gesetz soll die Bargeldversorgung in ländlichen Regionen Australiens sichern und fungiert als aufsichtlicher Notfall-Auffangmechanismus bei Systemkrisen.
Geduld der Aufsicht ist aufgebraucht
Die RBA verliert spürbar die Geduld mit den zögerlichen Marktteilnehmern.
Sowohl der ASX als auch den Geschäftsbanken beim A2A-Zahlungsverkehr drohen direkte regulatorische Eingriffe, falls Reformen weiter verschleppt werden.
Die Ära rein freiwilliger Brancheninitiativen neigt sich in Sydney dem Ende zu.