Bullock hält weitere Zinsschritte zur Teuerungsbekämpfung offen
Angesichts einer Teuerungsrate von 4 Prozent hält die Reserve Bank of Australia weitere Zinsschritte für möglich. Gouverneurin Michele Bullock betonte, die Notenbank sei bereit, konsequent gegen hartnäckige Inflation vorzugehen.
Zwischen globalen Schocks und heimischem Baudruck
Die australische Wirtschaft bekommt die Nachwirkungen geopolitischer Konflikte deutlich zu spüren.
Die Inflation lag im Mai bei 4 Prozent und damit klar über dem Zielband der Reserve Bank of Australia, während auch die zugrundeliegende Kerninflation hartnäckig hoch bleibt.
Gouverneurin Michele Bullock verwies auf die kumulierten Effekte früherer Erhöhungen des Leitzinses, die bereits dämpfend auf die Nachfrage wirken.
Gleichzeitig belasten steigende Energiekosten und anhaltende Kostensteigerungen im Bausektor die Unternehmen.
Obwohl sich der Arbeitsmarkt etwas entspannt hat und die Arbeitslosenquote moderat gestiegen ist, bleibt der Inflationsdruck durch eine schwache Produktivität hoch.
Die Notenbank sieht sich daher mit der Herausforderung konfrontiert, die Nachfrage weiter abzukühlen.
Stabile Puffer trotz Immobilienflaute
Immobilienmärkte und Finanzstabilität zeigen sich trotz höherer Zinsen überraschend robust.
Zwar hat sich der Wohnungsmarkt vor allem in Sydney und Melbourne stärker abgekühlt als erwartet, doch bleiben die Preisrückgänge moderat.
Negative Eigenkapitalquoten betreffen weniger als 1 Prozent aller Kreditnehmer, und Kreditausfälle konzentrieren sich auf einen sehr kleinen Kreis.
Die RBA betont, dass Haushalte in den Vorjahren beträchtliche Ersparnisse aufgebaut haben und die Risiken für das Finanzsystem insgesamt gut eingedämmt sind.
Keine falschen Kompromisse
Die australische Notenbank stellt unmissverständlich klar, dass eine erneute geldpolitische Straffung droht.
Wer jetzt auf Entwarnung setzt, verkennt die Beharrlichkeit der heimischen Teuerung.
Konsequentes Handeln schützt langfristig vor schmerzhafteren Kurskorrekturen.
Quelle: Speech: “Monetary Policy in an Era of Shocks”
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