Leitzins steigt um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent
Die australische Notenbank hebt den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent an. Der geldpolitische Rat fällte den Beschluss einstimmig und begründete den Schritt mit anhaltendem Preisdruck durch gestiegene Energiepreise und KI-Investitionen.
Aufwärtsrisiken verlangen weitere Straffung
Der Rat der Reserve Bank of Australia (RBA) erhöhte das Leitzinsziel einstimmig um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent.
Als Auslöser nannte die Notenbank Materialisierungen mehrerer Inflationsrisiken: Die Ausweitung des Nahost-Konflikts treibt die globalen Energiepreise deutlich über bisherige Prognosen, während der weltweite Boom bei Künstlicher Intelligenz die Preise für Technologiegüter steigen lässt.
Im Inland lastet anhaltender Druck auf den Kapazitäten.
Unternehmensbefragungen zeigen, dass Betriebe höhere Kosten zunehmend über eigene Verkaufspreise weitergeben.
Da das Wirtschaftswachstum im Juni-Quartal stärker ausfiel als erwartet und die kurzfristigen Inflationserwartungen hoch bleiben, sah sich der Rat zu sofortigem Handeln gezwungen.
Vier Zinsanhebungen seit Jahresbeginn
Der aktuelle Beschluss markiert die vierte Zinsanhebung seit Jahresbeginn, nachdem drei vorherige Schritte die Finanzierungsbedingungen bereits verschärft hatten.
Während der Arbeitsmarkt sich weitgehend erwartungsgemäß abkühlt, die Immobilienpreise in den meisten Metropolen sinken und neue Wohnungsbaudarlehen spürbar nachlassen, expandieren Unternehmensinvestitionen und Firmenkredite weiterhin kräftig.
Ein schwaches Produktivitätswachstum begrenzt jedoch das gesamtwirtschaftliche Potenzial Australiens.
Kompromissloser Kurs gegen Zweitrundeneffekte
Die Notenbank priorisiert Preisstabilität kompromisslos vor konjunktureller Rücksichtnahme.
Dass die Zinsen trotz abkühlendem Häusermarkt steigen, belegt die Furcht vor einer Verfestigung der Teuerung.
Solange geopolitische Schocks und Produktivitätsschwächen anhalten, bleibt die Tür für weitere Straffungen weit offen.