Bullock warnt vor anhaltend hoher Inflation über 3,5 Prozent
RBA-Gouverneurin Michele Bullock hat vor dem Wirtschaftsausschuss des australischen Parlaments vor anhaltenden Inflationsrisiken gewarnt. Trotz Zinserhöhungen um insgesamt 75 Basispunkte im laufenden Jahr verharrt die Teuerung bei über 3,5 Prozent.
Kostendruck aus Nahost und KI-Boom
Die australische Notenbank hat den Leitzins im laufenden Jahr um insgesamt 75 Basispunkte angehoben, davon 50 Basispunkte seit Februar.
Trotz dieser Straffung verharrt die Inflation bei rund 3,5 Prozent und damit über dem Zielkorridor von 2 bis 3 Prozent.
„Die Inflation ist zu hoch“, warnte Bullock vor dem Ausschuss.
Neben dem Nahost-Konflikt und gestiegenen Treibstoffpreisen treiben der globale KI-Boom sowie Extremwetter die Vorleistungskosten.
Da viele Firmen diese Belastungen an die Kunden weitergeben und heimische Kapazitätsgrenzen erreicht sind, erwartet die RBA erst Ende 2027 eine Rückkehr zum Mittelwert von 2,5 Prozent.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,5 Prozent.
Gebührenstopp und neue Bargeldregeln
Am Immobilienmarkt sinken die Preise in den meisten Metropolen, liegen jedoch weiter 50 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Finanzstabilitätsrisiken sieht die Notenbank dank solider Sparpuffer als begrenzt an.
Zugleich treibt die RBA regulatorische Reformen voran: Ab dem 1. Oktober 2026 werden Kartenzuschläge für Verbraucher abgeschafft und Interbankengebühren gedeckelt.
Zur Sicherung der Bargeldversorgung wurde zudem das Logistikunternehmen Linfox Armaguard unter dem neuen Cash Distribution Framework Act ausgewiesen.
Geduld allein reicht nicht mehr
Die RBA offenbart ein gefährliches Dilemma zwischen zäher Inflation und abklingender Konjunktur.
Dass die Teuerung erst Ende 2027 den Zielwert erreichen soll, entlarvt die bisherigen Zinsschritte als unzureichend dosiert.
Für die anstehende Zinssitzung signalisiert Bullock unmissverständlich, dass Kreditnehmer mit weiteren Erhöhungen rechnen müssen.