Schärfere Aufsicht über Genossenschaftsbanken gefordert
Die indische Notenbank fordert eine strengere Regulierung von Genossenschaftsbanken. Bei der Konferenz der Genossenschaftsregister am 1. September in Neu-Delhi standen Governance-Standards und der Schutz vor Cyber-Betrug im Zentrum.
Cyber-Betrug und Geldesel im Visier
Auf der dritten Jahreskonferenz der Genossenschaftsregister mahnte Vizegouverneur Swaminathan J. eine konsequente Professionalisierung der städtischen Genossenschaftsbanken an.
Besondere Priorität misst die Notenbank der Abwehr digitaler Kriminalität bei: Interne Kontrollsysteme gegen Cyber-Betrug und sogenannte Geldesel-Konten müssen unverzüglich verschärft werden.
Swaminathan verwies auf die Initiative „Mission SAKSHAM“, die den institutionellen Kapazitätsaufbau im Genossenschaftssektor beschleunigen soll.
Zudem verlangte er eine engere Verzahnung zwischen der Notenbank und den zuständigen Registrierungsbehörden auf Bundes- und Landesebene, um bei Schieflagen schneller durchzugreifen.
Lizenz verpflichtet zur Professionalität
Vizegouverneur Shirish Chandra Murmu betonte, dass Genossenschaften mit einer Banklizenz erweiterte Pflichten übernehmen.
Neben solideren Kontrollen und moderner IT forderte er fachlich qualifizierte Führungsgremien sowie die zügige Abwicklung maroder Institute.
Auch Shiv Pal Singh, oberster Registerführer für Genossenschaften, pochte auf eine koordinierte Auflösung von Liquidationsbanken.
Diskutiert wurden zudem die Anforderungen des Einlagensicherungsfonds DICGC.
Guter Wille ersetzt keine Aufsichtshärte
Die Mahnungen offenbaren eine bekannte Schwachstelle des indischen Finanzsystems.
Solange die geteilte Aufsicht mit den Bundesstaaten Reibungsverluste erzeugt, greifen Initiativen wie SAKSHAM zu kurz.
Wirkliche Stabilität entsteht erst, wenn marode Häuser ohne politische Rücksicht abgewickelt werden.