Murmu fordert strikte Kreditstandards im Nichtbankensektor
Indiens Nichtbanken-Kreditvolumen ist auf 16,7 Prozent des nominalen BIP gestiegen. Beim NBFC-Gipfel in Mumbai verlangte RBI-Vizechef Shirish Chandra Murmu am 3. September 2026 von den Instituten konsequentes Liquiditätsmanagement und den Erhalt strenger Vergabestandards.
Kreditanteil klettert auf 27 Prozent der Bankausleihungen
Das Kreditvolumen indischer Nichtbanken (NBFCs) und Wohnungsbaufinanzierer (HFCs) hat 16,7 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts erreicht, nach 15,9 Prozent im Vorjahr.
Bezogen auf die Kredite der Geschäftsbanken stieg der Anteil von 26 auf 27 Prozent.
Laut Shirish Chandra Murmu schließt der Sektor Finanzierungslücken bei kleinen Unternehmen sowie in ländlichen Regionen.
Mithilfe digitaler Infrastrukturen wie dem Unified Lending Interface verlagert sich die Vergabe von physischen Sicherheiten auf Cashflow-Analysen.
„Wachstum darf niemals auf Kosten der Vergabestandards gehen“, warnte Murmu.
Neben dynamischer Vorsorge forderte er Stresstests und KI zur Früherkennung von Kreditausfällen.
Von Skalenregulierung bis zu gezielten Erleichterungen
Die RBI reagiert auf frühere Liquiditätsschocks mit gestaffelter Regulierung.
Nach Einführung der vierstufigen Skalenregulierung im Oktober 2021 konsolidierte die Notenbank im November 2025 alle sektoralen Vorschriften.
Gleichzeitig senkte sie die Risikogewichte für Infrastrukturkredite und strich Genehmigungspflichten für Filialeröffnungen bei Instituten mit über 1.000 Niederlassungen.
Kleine NBFCs mit weniger als 10 Mrd. Rupien Bilanzsumme ohne Publikumsfonds sind von der Registrierung befreit.
Spagat zwischen Wachstum und Stabilität
Die RBI balanciert geschickt zwischen Bürokratieabbau für kleine Akteure und strenger Aufsicht für systemische Institute.
Doch das anhaltende Kreditwachstum birgt erhebliche Risiken, da der Markt für Unternehmensanleihen weiterhin wenig Tiefe aufweist.
Ohne konsequente Liquiditätspuffer bleibt das System anfällig für Refinanzierungsschocks.