Repozins steigt auf 5,50 Prozent, Zinssenkungen ausgeschlossen
Einstimmig erhöht der geldpolitische Ausschuss der indischen Zentralbank (RBI) den Repozins am 7. Oktober 2026 um 25 Basispunkte auf 5,50 Prozent. Das am 21. Oktober veröffentlichte Protokoll dokumentiert Dissens über den Wechsel zur dosierten Straffung.
Sechs Stimmen, zwei Vorbehalte
Die Reserve Bank of India (RBI) erhöht nach ihrer 63. Ausschusssitzung vom 5. bis 7. Oktober den Satz der ständigen Einlagenfazilität auf 5,25 Prozent.
Spitzenrefinanzierungssatz und Bank Rate steigen auf 5,75 Prozent.
Für die Repozinserhöhung stimmen Gouverneur Sanjay Malhotra, Nagesh Kumar, Saugata Bhattacharya, Ram Singh, Indranil Bhattacharyya und Poonam Gupta.
Kumar und Singh wollen jedoch die neutrale Ausrichtung beibehalten.
Singh verweist auf fehlende Überhitzungszeichen und Risiken für Nachfrage und Investitionen; Kumar auf geopolitische und handelspolitische Unsicherheit.
Die beschlossene dosierte Straffung schließt laut Ausschuss kurzfristige Zinssenkungen aus.
Weitere Schritte beschränken sich auf Erhöhungen oder Pausen; Umfang und Dauer hängen vom Wachstums- und Inflationsausblick ab.
Inflationsprognose steigt auf 5,2 Prozent
Die Inflation steigt von 4,5 Prozent im Juli auf 4,8 Prozent im August, die Kerninflation auf 4,2 Prozent.
Für 2026/27 erhöht die RBI die Inflationsprognose von 5,0 auf 5,2 Prozent: Quartal zwei 4,9, drei 6,0 und vier 5,7 Prozent; für das erste Quartal 2027/28 gelten 5,6 Prozent.
Die Kernprognose steigt von 4,3 auf 4,4 Prozent.
Nach 7,8 Prozent Wachstum im ersten Quartal steigt die BIP-Jahresprognose von 6,7 auf 7,1 Prozent.
Die Folgequartale: 7,2, 6,9 und 6,8 Prozent; Anfang 2027/28: 7,1 Prozent.
Nahostkonflikt, Energiepreise, schwacher Monsun und El Niño belasten den Ausblick.
Zinsschritt und Zinspfad bleiben getrennt
Die Einstimmigkeit beim Zinsschritt verdeckt den Dissens über den weiteren Kurs nicht.
Kumar und Singh unterstützen die Erhöhung, lehnen aber die Festlegung auf Straffung ab.
Der Ausschuss will Zweitrundeneffekte begrenzen und sieht bislang nur begrenzte Hinweise auf verfestigten Preisdruck im Preisverhalten der Firmen.