Swaminathan mahnt Genossenschaftsbanken zu IT-Resilienz
Kleine Institute, große Risiken: RBI-Vizechef Swaminathan J fordert von den über 1.400 städtischen Genossenschaftsbanken Indiens eine stärkere Bündelung ihrer IT-Ressourcen. Die Initiative SAKSHAM soll 140.000 Branchenvertreter für digitale Bedrohungen schulen.
Wenn die Bank beim Dienstleister liegt
Viele der mehr als 1.400 indischen Genossenschaftsbanken (UCBs) lagern Kernbankensysteme, Zahlungsverkehr und Rechenzentren an externe Dienstleister aus.
Dadurch entstehen gravierende operationelle Risiken, die über die geografische Reichweite der Institute hinausgehen.
„Ein Angreifer unterscheidet nicht zwischen einer großen und einer kleinen Bank“, betonte RBI-Vizegouverneur Swaminathan J bei einer Branchenkonferenz in Hyderabad.
Fällt ein externer IT-Dienstleister aus oder wird eine gemeinsame Plattform kompromittiert, trifft dies mehrere Institute gleichzeitig.
Die Verantwortung für Risikosteuerung und Notfallpläne verbleibe jedoch ausnahmslos bei den jeweiligen Bankvorständen.
Gemeinsame Plattformen gegen Skalennachteile
Um die Skalennachteile kleinerer Banken auszugleichen, setzt die indische Zentralbank auf sektorweite Kooperation.
Über den Dachverband NUCFDC sollen gemeinsame IT-Infrastrukturen aufgebaut werden.
Das am 28. April gestartete Schulungsprogramm SAKSHAM zielt auf rund 140.000 Teilnehmer in fünf Funktionsgruppen ab – vom Verwaltungsrat bis zum IT-Mitarbeiter.
Im Bundesstaat Telangana nahmen bereits Vertreter aller 48 Genossenschaftsbanken an den Programmen teil.
Schulung allein schließt keine Sicherheitslücke
Die RBI adressiert das IT-Klumpenrisiko im Genossenschaftssektor spät, aber folgerichtig.
Digitale Schulungen allein schließen jedoch die gefährlichen Lücken bei ausgelagerten Kernbankensystemen nicht.
Ohne verbindliche Vorgaben für Drittanbieter verpufft der Effekt der Qualifizierungsinitiative.