Malhotra warnt vor globalen Risiken durch KI und Schulden
Trotz hoher heimischer Widerstandskraft warnt RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra vor globalen Risiken durch KI-Bewertungen, hohe Verschuldung und Cyberangriffe. Auf dem Kautilya-Wirtschaftskonvent mahnte er am 3. Oktober 2026 systemweite Wachsamkeit an.
Solide Puffer gegen globale Verwerfungen
RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra präsentierte auf dem Kautilya-Wirtschaftskonvent eine Bestandsaufnahme des Finanzsystems.
Trotz geopolitischer Spannungen zeige sich Indien robust: Die Stresstests des Finanzstabilitätsberichts vom Juni 2026 bestätigen komfortable Kernkapitalquoten (CET1) der Banken unter allen adversen Szenarien.
Die Nichtbanken (NBFCs) verzeichneten per 31. März 2026 eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 24,6 Prozent – weit über der Vorgabe von 15 Prozent.
Zugleich warnte Malhotra vor weltweiten Risiken: Ausufernde Staatsverschuldung, überdehnte KI-Bewertungen, hohe Verschuldung bei Nichtbanken sowie zunehmende Cyberrisiken erfordern anhaltende Vorsicht.
Lehren aus vergangenen Krisenzyklen
Malhotra verwies auf Minskys Finanzinstabilitätshypothese: Stabilitätsphasen verleiten zu übermäßiger Hebelung.
In Indien dauerte die Bereinigung notleidender Kredite aus den 2000er Jahren fast ein Jahrzehnt.
„Heutige Widerstandskraft bedeutet nicht zwingend morgige Immunität“, betonte Malhotra.
Neben Risikoaufschlägen für Konsumkredite aus dem Jahr 2023 erließ die RBI 2026 neue Richtlinien für Cyber- und Modellrisiken, um Banken gegen IT-Gefahren abzusichern.
Wachsamkeit ist kein Ruhekissen
Die RBI warnt zu Recht vor verfrühter Selbstzufriedenheit trotz aktuell robuster Bankbilanzen.
Malhotras Fokus auf externe Schocks und KI-Risiken markiert eine zeitgemäße Neuausrichtung der Aufsicht.
Für Finanzinstitute bedeutet das unmissverständlich, dass die regulatorischen Zügel straff angezogen bleiben.